Die Stärke des Pazifismus. Erklärung zum Hiroshima-Tag 2022

Erklärung zum Hiroshima-Tag 2022

DIE STÄRKE DES PAZIFISMUS:

Seit 77 Jahren ein konsequentes NEIN ZUM KRIEG! Ein konsequentes NEIN ZU ATOMWAFFEN!

HIROSHIMA UND NAGASAKI mahnen!

Die Verbrechen des 6./9. August 1945 dürfen sich 2022 nicht in Europa wiederholen. Die Atombombenabwürfe der USA auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki waren Kriegsverbrechen.

Die Vernichtung aller Atomwaffen auf der Welt fordert die internationale Friedensbewegung seit 77 Jahren.

SPIEL MIT DEM ATOMAREN FEUER

Im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg bringen die USA und ihre NATO-Verbündeten sowie Russland erneut die Atomwaffen ins Tod bringende Spiel.

Das atomare Inferno muss verhindert werden!

Deshalb: Atomare Abrüstung in Europa sofort!

Sofortige Beendigung der Kriegshandlungen in der Ukraine und Stopp aller Waffenlieferungen!

Verhandlungen über einen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen jetzt!

Die Stimmen der Vernunft werden sich durchsetzen!

Verantwortlich: Bernhard Nolz, Aachener Friedenspreisträger, Zentrum für Friedenskultur (ZFK) Siegen, Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden (PPF) www.friedenspaedagogen.de

Vierte Gesamtschule in Siegen – ein kleiner Schritt zum Schulfrieden

Vierte Gesamtschule in Siegen – ein kleiner Schritt zum Schulfrieden
Ein Kommentar von Bernhard Nolz, Friedenspädagoge

Ein bisschen (Schul-) Frieden

Mit dem Beschluss, eine vierte Gesamtschule in Siegen einzurichten, hat die Ratsversammlung eine gute Entscheidung getroffen. Der kommunale Schulfrieden ist gestärkt worden. Ab August 2023 können tatsächlich alle Schüler:innen, die es möchten, eine integrierte Gesamtschule besuchen. Und die Gesamtschule ermöglicht alle Bildungsabschlüsse der Sekundarstufen I und II bis zum Abitur.

Schul- und Lebensgemeinschaften

Bisher musste in jedem Jahr wieder eine Vielzahl von Bewerber:innen von den Siegener Gesamtschulen abgewiesen werden. Die betroffenen Schüler:innen und ihre Eltern sind über diese Zwänge unzufrieden. Gleichzeitig gehen die Anmeldungen an den Haupt- und Realschulen immer weiter zurück. Das nach Begabung gegliederte Schulsystem – aus dem 19. Jahrhundert stammend – hat sich längst überholt.

Strukturelle Gewalt nennt man den Umstand, dass nach vier gemeinsamen Grundschuljahren die Schüler:innen sich auf verschiedene Schulformen verteilen müssen. Wenn sie länger zusammen bleiben, wird der soziale Zusammenhalt der Schülerschaft gefördert. Zugleich werden Bildungs- und Lebenschancen länger offen gehalten. Dadurch gleichen sich individuelle Wünsche und gesellschaftliche Erwartungen an.

Die Zukunft gehört der Gesamtschule

Bei der Gründung der Gesamtschulen in NRW im Jahre 1969 wurde versäumt, die Gesamtschule als Regelschule einzuführen, obwohl schon fast alle europäischen Staaten integrierte Schulsysteme hatten. So gab es im Gründungsjahr in NRW nur 7 statt 70 neue Gesamtschulen. Die Ungerechtigkeiten waren damit vorprogrammiert. 50 Jahre lang wussten Landes- und Kommunalpolitiker:innen die flächendeckende Einrichtung von Gesamtschulen zu verhindern.

Mit vier Gesamtschulen sticht Siegen bald positiv hervor. Im Verbund mit Grundschulen können jetzt alle Schüler:innen von Klasse 1 bis 10 zusammen bleiben. Das Vorbild wird langfristig dazu führen, dass die Gymnasien dieses Gemeinschaftsmodell übernehmen.

Doch gibt es ein grundsätzliches Problem: Schülerinnen und Schüler mit Behinderung werden außen vor gehalten. Ein weiteres Beispiel für strukturelle Gewalt!

Inklusion ausdehnen!

Menschen mit und ohne Behinderungen sollen von Anfang an gemeinsam lernen. Die UN-Behindertenrechtskonvention verlangt ein solches inklusives Bildungssystem. Doch das Land NRW hat die Inklusion von behinderten Schülerinnen und Schülern nicht voran gebracht. Von der neuen Landesregierung (CDU/GRÜNE) wird erwartet, dass die Ausgrenzung der behinderten Schüler:innen beendet wird.

In Siegen soll die neue Gesamtschule in der Weise entstehen, dass aus einem Gymnasium, einer Realschule und einer Hauptschule eine neue Gesamtschule gebildet wird. Wenn das Schulkonzept erweitert und eine Förderschule einbezogen würde, wären auch die behinderten Schüler:innen dabei. Ein weiterer Schritt zum Schulfrieden!

Lernen für den Frieden und für das Leben

Die Problemfelder Gesamtschule und Inklusion verdeutlichen, dass das Lernen für den Frieden und für das lebendige Leben auf die Tagesordnung jeder Schule gehört.

Bernhard Nolz ist Lehrer i.R. und gehört zum Leitungsteam des Siegener Dunkelcafés – außerschulischer Lernort für Inklusion. Er ist Aachener Friedenspreisträger, Träger eines Preises für Zivilcourage, Sprecher der Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden und Leiter des Siegener Zentrums für Friedenskultur. 0171 8993637, nolzpopp@web.de, www.friedenspaedagogen.de

Protestaktion vor dem Bundesrat: NEIN zum 100 Mrd. Euro Sondervermögen für die Bundeswehr

Protestaktion vor dem Bundesrat

Freitag, 10. Juni 2022, 9Uhr, Bundesrat, Leipziger Str. 3-4, 10117 Berlin

 

Nein zum 100 Milliarden Euro Sondervermögen für die Bundeswehr!

Bundesrat muss Grundgesetzänderung ablehnen!

Am Freitag entscheidet der Bundesrat darüber, ob er der vom Bundestag beschlossenen Grundgesetzänderung über das 100Mrd. Euro Sondervermögen für die Bundeswehr zustimmt.

Wir appellieren an die Bundesländer, diesem Vorhaben ihre Zustimmung zu verweigern!

100 Mrd. Euro zusätzlich zum Verteidigungshaushalt für die Bundeswehr sollen an Schulden aufgenommen werden können, ohne, dass sie von der Schuldenbremse erfasst sind. Im Rahmen der Schuldenbremse wäre das rein rechtlich schlicht nicht erlaubt. Nur durch die Änderung des Grundgesetzes wird das möglich. Und diese Schulden müssen irgendwann abbezahlt werden und entsprechend an anderen Stellen gekürzt werden.

Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle, deren Forderungen nach Investitionen in soziale Sicherheit, das Gesundheitssystem, Bildung, Umweltschutz und Klimaanpassung u.v.m. mit dem Verweis auf fehlendes Geld und die Schuldenbremse abgewiesen werden.

Das Geld ist da, aber es wird lieber dafür ausgegeben, u.a. neue Kampfflugzeuge zu kaufen, die Atomwaffen abwerfen können. Wir brauchen das Geld aber zum Leben und nicht zum Töten!

Die jetzt geplante weitere Aufrüstung der Bundeswehr steht außerdem in keinem sachlichen Zusammenhang mit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, den wir scharf verurteilen. Dieser Krieg wird nicht durch eine, Jahre und Jahrzehnte dauernde Aufrüstung der Bundeswehr gestoppt, noch liegt eine unmittelbare Bedrohung Deutschlands vor. Zudem sind die Militärausgaben der NATO-Staaten bereits jetzt sechs Mal höher (kaufkraftbereinigt) als Russlands.

Deshalb sagen wir Nein zu 100 Mrd. Euro zusätzlichen Schulden für die Bundeswehr und fordern den Bundesrat auf, seine Zustimmung zur Grundgesetzänderung zu verweigern!

Kommt am Freitag, 10. Juni 2022 um 9 Uhr zum Bundesrat, Leipziger Str. 3-4 und protestiert mit uns.

Initiatorin: pax christi – Deutsche Sektion e.V.

NRW-Nein zum 100 Mrd. Euro Sondervermögen gefordert

Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden/Zentrum für Friedenskultur Siegen

Pressemitteilung vom 09.06.2022

Nein zum 100 Milliarden Euro Sondervermögen für die Bundeswehr!

NRW muss im Bundesrat Grundgesetzänderung ablehnen!

Am Freitag, 10. Juni, entscheidet der Bundesrat darüber, ob er der vom Bundestag beschlossenen Grundgesetzänderung über das 100 Mrd. Euro Sondervermögen für die Bundeswehr zustimmt.

Wir appellieren an die NRW-Landesregierung, diesem Vorhaben ihre Zustimmung zu verweigern! Nach der verlorenen Landtagswahl ist die Landesregierung (CDU/FDP) nur noch geschäftsführend im Amt.

100 Mrd. Euro für die Bundeswehr zu verschleudern, ist nicht im Interesse der Bevölkerung von NRW und schwächt die friedliche Entwicklung des Landes Nordrhein-Westfalen. Denn: Die 100 Mrd. Schulden verhindern in den nächsten Jahren auch in NRW die notwendigen Investitionen in soziale Sicherheit, das Gesundheitssystem, in Bildung, Umwelt- und Klimaschutz.

Als Friedensorganisationen wollen wir erreichen, dass der Krieg in der Ukraine nicht durch die Aufrüstung Deutschlands und durch deutsche Waffenlieferungen verlängert wird.

Deshalb sagen wir NEIN zu zusätzlichen Schulden für die Bundeswehr! NRW muss die Grundgesetzänderung verweigern!

Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden/Zentrum für Friedenskultur Siegen

Bernhard Nolz, Aachener Friedenspreisträger

Kölner Str. 11, 57072 Siegen, 0271-23568535, nolzpopp@web.de, www.friedenspaedagogen.de

8. Mai: Friedensgebot der UN-Charta beachten!

Pressemitteilung der Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden (PPF) und des Siegener Zentrums für Friedenskultur (ZFK) zum 8. Mai

Das Friedensgebot der UN-Charta beachten!

Das Siegener Zentrum für Friedenskultur (ZFK) fordert die Bundesregierung auf, das Friedensgebot der Vereinten Nationen (UN) zu beachten und keine Waffen an die Ukraine zu liefern oder Kriegshandlungen gegen Russland vorzubereiten.

Der 8. Mai, der Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus, stellt den richtigen Zeitpunkt dar, diesen Forderungen in der Öffentlichkeit Nachdruck zu verleihen. Nach den Grauen des 2. Weltkriegs hat Deutschland allen Anlass, mit ausgleichender Diplomatie zu versuchen, die Ukraine und Russland an den Verhandlungstisch zu bringen und die NATO-Staaten zur Zurückhaltung zu mahnen.

Dass deutsche Politiker:innen im Ukraine-Konflikt zwischen den Kriegsparteien vermitteln, gebietet allein schon die Menschlichkeit, aber auch die europäische Geschichte“, hebt ZFK-Leiter Bernhard Nolz hervor, der 2002 mit dem Aachener Friedenspreis geehrt wurde.

Bernhard Nolz: „Wir haben vor 22 Jahren das Zentrum für Friedenskultur gegründet, um der UN-Resolution zu einer „Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit zugunsten der Kinder der Welt“ Leben einzuhauchen und die Politiker:innen an ihre Friedensverpflichtung zu erinnern. Wir sind erschrocken darüber, wie von Politik und Medien das Feindbild Russland angefeuert wird. Die historische Vernunft aber mahnt uns am Tag der Befreiung von Krieg und Faschismus, den Weg zum Frieden und zur Verständigung mit allen Völkern und Staaten einzuschlagen.“

Auszug aus der UN-Resolution zur Kultur des Friedens (1999)
„Die Entfaltung einer Kultur des Friedens ist untrennbar verknüpft mit der Achtung, der Förderung und des Schutzes der Rechte des Kindes; der Bekämpfung aller Formen des Rassismus, der Rassendiskriminierung, der Fremdenfeindlichkeit und der Intoleranz; der Förderung des Verständnisses, der Toleranz und der Solidarität gegenüber allen Kulturen und Völkern sowie gegenüber ethnischen, religiösen und sprachlichen Minderheiten; der vollen Verwirklichung des Rechts aller Völker auf Selbstbestimmung.“

Bernhard Nolz, Zentrum für Friedenskultur (ZFK), Kölner Str. 11, 57072 Siegen, 0171 8993637, nolzpopp@web.de

Die Heimat ohne Waffen gewaltfrei verteidigen

Die Heimat ohne Waffen gewaltfrei verteidigen

von Bernhard Nolz

Dass Waffen aus dem Siegerland ins Kriegsgebiet Ukraine geliefert werden, stellt für Bernhard Nolz, Pazifist und Aachener Friedenspreisträger, einen unerträglichen Zustand dar: „Der Einsatz jeder zusätzlichen Kriegswaffe steigert die Zahl der Getöteten und verlängert den Krieg.“

Darüber hinaus gibt Bernhard Nolz zu bedenken, dass jede militärische Verteidigung gegen einen Angreifer unweigerlich dazu beiträgt, das eigene Land in Schutt und Asche zu legen. Ein wirksames Mittel gegen dieses selbst zerstörerische Handeln ist die gewaltfreie Verteidigung, auch Soziale Verteidigung genannt.

Die Soziale Verteidigung beruht auf dem passiven Widerstand der Bevölkerung, durch die der Angreifer und Besatzer zermürbt wird und erkennt, dass er mit Militär und Gewalt in dem Land nichts ausrichten kann. Der Boden für Friedensverhandlungen auf Augenhöhe wäre geschaffen, mit dem Ziel, einen Pakt für gemeinsame Sicherheit zu schließen.

Bernhard Nolz: „Das Entscheidende für mich ist, dass ein Blutvergießen und die Zerstörung der Heimat abgewendet werden können. Darin liegt die Stärke des Konzepts der Sozialen Verteidigung. Die Stimme der Vernunft sagt uns, dass alle Staaten radikal abrüsten müssen, damit Europa und die Welt der atomaren Vernichtung entgehen. In der Ukraine fand die Soziale Verteidigung leider keine Beachtung. Aber wenn wir uns einen kriegerischen Angriff auf Deutschland vorstellen, wird uns klar, dass wir Leid, Tod, Flucht und Zerstörung vermeiden könnten, wenn wir weiße Fahnen in die Fenster hängten und die Soldaten in den Kasernen blieben.“

Acht Jahre lang war Bernhard Nolz Vorsitzender des Bundes für Soziale Verteidigung, einer Friedensorganisation, die die Idee der Verteidigung ohne Waffen unter die Leute bringt und den Politiker:innen nahe legt, die Verteidigungs- und Sicherheitspolitik umzustellen. Auch als Leiter des Siegener Zentrums für Friedenskultur und als Sprecher der Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden setzt Bernhard Nolz sich für Frieden und Völkerverständigung ein. Seine ersten friedenspolitischen Erfahrungen machte er in der Willy-Brandt-Ära.

Bernhard Nolz: „Die heutigen Politiker:innen sollten sich an Willy Brandts Politik der Aussöhnung und Verständigung erinnern. Brandt sagte 1969: ‚Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein und werden, im Innern und nach außen.‘ Hieran kann die Politik anknüpfen und Frieden mit Russland und der Ukraine halten.“

Die Gefahr eines Atomkriegs nicht unterschätzen!

Die Gefahr eines Atomkriegs nicht unterschätzen!

von Hans Wenzl

Unter den Nachrichten und Bildern des schrecklichen Krieges in der Ukraine geraten der Beginn und die Gründe dieses Krieges aus dem Blickfeld. Genau darauf aber wird es ankommen, wenn wir einen Beitrag zu einer Beendigung dieses Krieges leisten wollen.

Die Aufstellung von Mittelstreckenraketen in der Ukraine – nur wenige hundert Kilometer von Moskau entfernt – würde für Russland eine unmittelbare Bedrohung darstellen, vergleichbar der Kubakrise für die USA. Eine Mitgliedschaft der Ukraine in der NATO wurde von Selenskyj dringend gewünscht und von Seiten der NATO nie definitiv und glaubhaft ausgeschlossen. Im Zwei-plus-Vier-Vertrag wurde festgelegt, dass eine Osterweiterung der NATO nicht stattfinden sollte. Durchgeführt wurde das Gegenteil.

Die Gefahr eines Weltkriegs unter Einsatz von Atomwaffen wird offensichtlich weiter unterschätzt. Stattdessen wird über eine Flugverbotszone – was absolut lebensgefährlich wäre – und eine noch weitere Verschärfung der Sanktionen gegen Russland diskutiert. Einem Machtanspruch Russlands steht ein Machtanspruch der NATO gegenüber.

Friedensverhandlungen müssen zwischen Russland und der Ukraine stattfinden. Es darf aber nicht übersehen werden, dass Europa dafür eine Mitverantwortung trägt, zugleich aber auch seine eigene Existenz auf dem Spiel steht. Die Zugehörigkeit der Krim zur Ukraine – formaljuristisch richtig, aber historisch und militärpolitisch fragwürdig – wurde de facto schon vor Jahren aufgegeben. Bezüglich der Zukunft der Ostprovinzen könnte unter der Verantwortung von UN und OSZE von der dortigen Bevölkerung abgestimmt werden. Es ist eine Existenzfrage für uns alle, eine realistische Friedensordnung für Europa zu finden, zu dem Russland ebenso gehört wie die Ukraine. Notwendig wäre eine neutrale Zone, Reduktion von Rüstung und Militärpräsenz auf beiden Seiten statt ihrer Potenzierung. Das betrifft auch die vorgesehene Ausgabe von zusätzlichen 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr.

Frieden zu schließen scheint allerdings fast unmöglich für Gegner, die voneinander den totalen Rückzug ihrer Truppen bzw. die absolute Kapitulation fordern. Fast unmöglich angesichts des aktuellen verbrecherischen Krieges wie angesichts der völligen Verleugnung früherer eigener Kriegsverbrechen und Angriffskriege wie in Irak oder Vietnam. Fast unmöglich aber absolut notwendig.

Hans Wenzl ist seit Jahrzehnten in der Siegerländer Friedensbewegung aktiv.

Friedensfahnen in Siegen

Pressemitteilung

Friedensverhandlungen sofort!

Das Siegener Zentrum für Friedenskultur (ZFK) hat am Haus in der Kölner Straße, in dem sich die Büroräume des ZFK befinden, drei Friedensfahnen mit Friedenstauben positioniert.

ZFK-Leiter Bernhard Nolz: „Wir verstehen die Friedensfahnen als Protest gegen die Kriegshandlungen in der Ukraine und als Aufforderung an alle Kriegsbeteiligten, unverzüglich zu Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden zusammen zu kommen.“

Das ZFK wendet sich mit dem Friedensappell in erster Linie an Russland und die Ukraine, aber auch an die anderen Beteiligten, an die USA und die weiteren NATO-Staaten sowie an die Staaten der EU.

Sie alle sind aufgefordert, ihren Teil zum Frieden in Europa und zur Deeskalation des Konflikts beizutragen. Das kann gelingen, wenn alle Staaten ihre diplomatischen Bemühungen im Dienste des Friedens ausweiten und militärische Drohungen und wirtschaftliche Sanktionen unterlassen. Umfassende Abrüstung und Truppenabbau sind die notwendigen Maßnahmen der praktischen Vernunft, um die Konfliktpotentiale zu verringern und sich gegenseitig zu respektieren.

Bernhard Nolz: „Insbesondere von der deutschen Bundesregierung erwarten wir, dass sie nicht durch Waffenlieferungen zur Kriegspartei wird. Das wäre politisch verheerend und moralisch verwerflich. Das Friedensgebot der UN-Charta gilt uneingeschränkt. Für diesen Hinweis hat die Friedensbewegung allen Grund, denn die Opfer der illegalen Kriege der NATO-Staaten, z.B. in Serbien, Afghanistan, Irak, Libyen und Syrien, sind nicht vergessen.“

Das Siegener Zentrum für Friedenskultur sendet seine Friedensbotschaft in alle Welt und wird dabei von den Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden (PPF) unterstützt, die mit dem ZFK eine Bürogemeinschaft bilden.

Das Zentrum für Friedenskultur (ZFK) wurde im Jahr 2000, dem UN-Jahr für eine Kultur des Friedens, von Wolfgang Popp und Bernhard Nolz gegründet. Von 2001–2010 hat das ZFK seine Arbeit in den Dienst der „Internationalen Dekade für eine Kultur der Gewaltfreiheit und des Friedens für die Kinder der Welt“ gestellt und bis heute fortgesetzt.

Bernhard Nolz ist Friedenspädagoge, Lehrer i.R., ZFK-Leiter und PPF-Sprecher. Er wurde 2002 mit dem Aachener Friedenspreis und dem Preis für Zivilcourage der Solbach-Freise-Stiftung ausgezeichnet. Er bewegt sich in kommunalen Bildungslandschaften und setzt sich als Stiftungsratsvorsitzender der August-von-Platen-Stiftung der Universität Siegen für sozialen Frieden und für Geschlechtergerechtigkeit ein.

0171 8993637, nolzpopp@web.de www.friedenspaedagogen.de

Olympischer Frieden – ein Fremdwort?

Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden (PPF) und das Siegener Zentrum für Friedenskultur zu den Olympischen Spielen 2022 in Beijing

Olympischer Frieden – ein Fremdwort?

Jedes Schulkind kennt die Geschichte der Olympischen Spiele der Neuzeit, ihre antiken griechischen Vorläufer und Pierre Baron de Coubertin, der die Olympischen Spiele wiederbelebt hat. Coubertin war Pädagoge und Pazifist und begeisterte die Welt mit der Idee von den Olympischen Spielen, auf denen die Jugend zu sportlichen Wettkämpfen zusammen kommt und zur Völkerverständigung beitragen und dem Weltfrieden dienen würde.

Die Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden halten an Coubertins Idee fest und kritisieren die westlichen Regierungen, die sich zu einem diplomatischen Boykott der Winterspiele in Beijing entschlossen haben. Auf diese Weise wird den Sportlerinnen und Sportlern die nötige politische Unterstützung entzogen. Ganz abgesehen davon, dass die Politiker:innen die Chance ungenutzt lassen, ihren Aufenthalt in Beijing mit informellen Friedensgesprächen mit den Gastgeber:innen und anderen ausländischen Gästen zu verbinden.

Wir wissen, wovon wir sprechen“, erklärt PPF-Sprecher Bernhard Nolz. „In den 1980/90-er Jahren haben die Friedenspädagog:innen etliche internationale Friedenspädagogik-Kongresse mit organisiert, vom Erfahrungsaustausch profitiert und neue Freunde gefunden. Die olympischen Sportler:innen machen z.Z. in China die gleichen Erfahrungen. Die deutschen Politiker:innen aber sind am Frieden nicht interessiert, sondern schüren die Konflikte mit Boykott, Kriegsrhetorik und Sanktionen. Von olympischem Frieden keine Spur!“

Kontakt: Bernhard Nolz, Aachener Friedenspreisträger, 0171 8993637, nolzpopp@web.de

Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Ich trug den gelben Stern“

Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (27. Januar) erinnert das Zentrum für Friedenskultur (ZFK) an die jüdische Schriftstellerin Inge Deutschkron, die den Holocaust überlebte und in diesem Jahr 100 Jahre alt wird. Ihre (Über-) Lebensgeschichte hat sie im Buch „Ich trug den gelben Stern“ aufgeschrieben.

Ihre Eltern waren Sozialdemokraten und haben sie ohne eine Bindung zum Judentum erzogen. So versteht sie als Kind und Jugendliche nicht, was an ihr anders sein soll als an ihren arischen Mitschülerinnen. Warum ihr Vater 1933 als Lehrer entlassen wird, warum sie 1939 als 16-Jährige vom Gymnasium geworfen wird und warum jeder Jude über 15 Jahre eine Kennkarte mit einem gelben „J“ bei sich führen muss. 1941 wird gesetzlich verordnet, dass alle Juden innerhalb und außerhalb der Wohnung einen gelben Stern zu tragen haben.

Inge Deutschkron wird zur Fabrikarbeit gezwungen, muss auch bei der Arbeit einen gelben Stern tragen und sich in den Arbeitspausen mit ihren jüdischen Kolleginnen in einen gesonderten Raum begeben, in dem es keine Sitzmöglichkeiten gibt. Sie kann die unmenschlichen Arbeitsbedingungen nicht ertragen und fügt sich eine Selbstverletzung zu. Schließlich findet sie über eine jüdische Hilfsorganisation eine Beschäftigung in der Blindenwerkstatt von Otto Weidt.

1943 gehen Inge Deutschkron und ihre Mutter in den Untergrund und werden von verschiedenen nichtjüdischen Familien bis Kriegsende versteckt. 1946 gelangen sie nach England, wohin Inges Vater kurz vor Beginn des 2. Weltkrieges unter dramatischen Umständen flüchten konnte.

Mit der Gründung des Vereins „Blindes Vertrauen“ und dem Buch „Papa Weidt: Er bot den Nazis die Stirn“ hat Inge Deutschkron später den „stillen Helden“, wie sie die Überlebens-Helferinnen und Helfer aus der Zeit des Nationalsozialismus nennt, ein Denkmal gesetzt. Vor allem für Otto Weidt, der vielen Juden das Leben gerettet hat, indem er sie in der Blindenwerkstatt beschäftigt und dort und anderswo versteckt hat.

Daran erinnert das „Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt“, dass 2005 in Berlin eröffnet wurde und z.Z. gesetzlich gezwungen ist, nicht geimpfte Menschen vom Besuch der Gedenkstätte auszuschließen. Wenn wir uns dem Schicksal und der Botschaft Inge Deutschkrons bewusst werden, finden wir Mittel und Wege, uns mit den Corona-Ausgegrenzten zu solidarisieren.

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