Gegen Rassismus und Krieg – für Frieden und Toleranz

Aufruf des Zentrums für Friedenskultur (ZFK) zum 16.12.2018

Zum Tag des Gedenkens an die Zerstörung Siegens am
16. Dezember 1944

Das Gedenken an die Zerstörung Siegens im 2. Weltkrieg hat eine lange Tradition. Der Beginn der offiziellen Gedenkfeiern lässt sich auf das Jahr 1950 zurück führen. Demonstrationen und Kundgebungen, Veranstaltungen und Aktionen der Siegerländer Friedensbewegung begannen 1981 und werden bis heute fortgeführt.

Wir erheben unsere Stimme gegen Ausländerhass und Fremdenfeindlichkeit und verurteilen die Abschottungspolitik der EU gegenüber den Flüchtlingen, die aus den Kriegsgebieten in Afrika, im Nahen Osten und in Afghanistan fliehen. Neben dem Klimawandel und dem Landraub sind die von den NATO-Staaten geführten Kriege die Hauptursache für die Fluchtbewegungen. Deshalb fordern wir ein sofortiges Ende der Auslandseinsätze der Bundeswehr und der Rüstungsexporte sowie die Rückkehr der deutschen Politik zum Völkerrecht.

Für uns ist es unerträglich, dass die EU-Staaten Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken lassen oder sie in die nordafrikanischen Flüchtlingslager und Elendsquartiere zurück transportieren.

Unsere Solidarität gilt den Flüchtlingen sowie den Helfer*innen auf den Rettungsschiffen; deshalb unterstützen wir die „Aktion Seebrücke“.

Darüber hinaus fordern wir die Stadt Siegen auf, Mitglied im Städtebündnis „Stadt der Zuflucht“ zu werden, weil wir darauf bauen, dass Flüchtlinge und Migrant*innen von der Bevölkerung Siegens willkommen geheißen werden. Grundlagen für diese Haltung sind weltanschauliche Toleranz und der Respekt vor der Würde des Anderen. Diese Werte verteidigen wir gegen rechtspopulistische Parolen, gegen Gewalt gegenüber Andersdenkenden und gegen nationalistische Hetze. Gleichzeitig fordern wir, die staatlichen Verstrickungen in die rechtsextremistische Gewalt- und Mordszene umgehend und endgültig zu beenden.

Für den inneren Frieden und ein respektvolles Miteinander ist es entscheidend, dass alle Menschen in sozialer Sicherheit und fürsorglicher Gemeinschaft leben können. Dazu müssen als erstes Armut, prekäre Arbeitsverhältnisse und Sanktionen gegen Bezieher*innen von sozialer Grundsicherung überwunden werden.

Es trägt nach unserer Ansicht zum sozialen Frieden bei, wenn schrittweise alle Bereiche der Daseinsvorsorge gemeinschaftlich organisiert (z.B. in Sozialgenossenschaften) und größtenteils kostenlos angeboten werden. Dies sollte die Energie- und Wasserversorgung, die Abwasser- und Müllentsorgung, die Telekommunikation, den Nahverkehr, die Wohnungswirtschaft sowie die Bildungs-, Kultur- und Gesundheitsbereiche umfassen.

Wir halten an der Vision von einer friedlichen und gerechten Welt fest und setzen uns ein für gewaltfreie Konfliktlösungen, für Völkerfreundschaft und für wirtschaftliche und kulturelle Kooperationen auf Augenhöhe. Wir alle brauchen den Frieden zum Leben! Nieder mit dem Krieg!

Lesung am 15.12.18: Texte zum Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648)

Am Vortag des Siegener Gedenktages

NIEDER MIT DEM KRIEG!

Texte zum Dreißigjährigen Krieg

(1618 – 1648)

Lesung am Samstag, 15. Dezember 2018

um 15.00 Uhr

Zentrum für Friedenskultur (ZFK)

Kölner Str. 11 • Siegen-Oberstadt

Im Gedenken an die Opfer der Kriege:

NIEDER MIT DEM KRIEG!

In Erinnerung an Wolfgang Popp.

Es werden Texte vorgelesen aus dem von Wolfgang Popp heraus gegebenen „Lesebuch Dreißigjähriger Krieg. I: Eine Textsammlung aus der Barockliteratur, II: Literarische Texte von 1791 bis 1998“.

Siegbärt. Der Berliner Bär aus Siegen. Bewegende Worte in den Mund gelegt. Nr. 2

Siegbärt ● Der Berliner Bär aus Siegen

Bewegende Worte in den Mund gelegt von Bernhard Nolz

Nr. 2 ● Dezember 2018

Liebe Freundinnen und Freunde!

Eigentlich wollte ich euch bereits am 3. Oktober, dem Tag der deutschen Einheit, ansprechen, bin ich doch das bekannteste Symbol für den Einheits- und Friedenswillen des deutschen Volkes, das nach der Ursprungsfassung des Grundgesetzes aufgefordert war, „in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands zu vollenden.“

Mit der Freiheit für mich war es in Siegen am 3. Oktober 2018 nicht weit her. Mitarbeiter der Stadt hatten mich schon lange vorher mit Metallgitterzäunen umstellt, so dass ich mich in einem Käfig befand, hinter Gittern wie ein Flüchtling.

Ich, das Symbol für Einheit und Freiheit, am Tag der Einheit hinter Gittern! Eine unwürdige Situation, in die mich die Stadt Siegen gebracht hatte. Ich ahnte nicht, dass ich mich – nachdem die Zäune irgendwann im Oktober entfernt worden waren – wenige Wochen später eingeklemmt zwischen Mauern und Weihnachtsmarktbuden wiederfinden würde. Ohne Kontakt zu den vorbei gehenden Oberstadtbesucher*innen, die mir sonst manch aufmunternden Blick zuwarfen, mich zu einem Erinnerungsfoto umarmten oder mich einfach nur zärtlich streichelten und mir etwas zuflüsterten. Nun aber friste ich mein einsames Leben hinter den Fassaden des Kommerz.

Und wieder naht der 16.12., Siegens Friedensgedenktag mit seiner Mahnung vor Krieg, Hass und Gewalt, den die Offiziellen der Stadt in diesem Jahr offenbar ohne mich begehen wollen.

Heute nun kam die Rettung in Form einer Delegation aus dem Zentrum für Friedenskultur (ZFK) und dem Dunkelcafé, dem Siegener Lernort für Inklusion.

Wir wollen dich in unsere Friedensarbeit zum 16.12. einbeziehen“, sagten sie zu mir. „Inklusion gilt für alle!“ Und sie fragten, wer wohl sonst außer mir über eine solch reiche Lebenserfahrung verfüge und die verborgenen Wünsche der Menschen kenne.

Gemeinsam erarbeiteten wir den Aufruf „Gegen Rassismus und Krieg – für Frieden und Toleranz“, den ich Euch hier vorstelle:

Aufruf zum Tag des Gedenkens an die Zerstörung Siegens am 16. Dezember 1944

Bürgerinnen und Bürger! Das Gedenken an die Zerstörung Siegens im 2. Weltkrieg hat eine lange Tradition. Der Beginn der offiziellen Gedenkfeiern lässt sich auf das Jahr 1950 zurück führen. Demonstrationen und Kundgebungen, Veranstaltungen und Aktionen der Siegerländer Friedensbewegung begannen 1981 und werden bis heute fortgeführt.

Wir erheben unsere Stimme gegen Ausländerhass und Fremdenfeindlichkeit und verurteilen die Abschottungspolitik der EU gegenüber den Flüchtlingen, die aus den Kriegsgebieten in Afrika, im Nahen Osten und in Afghanistan fliehen. Neben dem Klimawandel und dem Landraub sind die von den NATO-Staaten geführten Kriege die Hauptursache für die Fluchtbewegungen. Deshalb fordern wir ein sofortiges Ende der Auslandseinsätze der Bundeswehr und der Rüstungsexporte sowie die Rückkehr der deutschen Politik zum Völkerrecht.

Für uns ist es unerträglich, dass die EU-Staaten Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken lassen oder sie in die nordafrikanischen Flüchtlingslager und Elendsquartiere zurück transportieren.

Unsere Solidarität gilt den Flüchtlingen sowie den Helfer*innen auf den Rettungsschiffen; deshalb unterstützen wir die „Aktion Seebrücke“.

Darüber hinaus fordern wir die Stadt Siegen auf, Mitglied im Städtebündnis „Stadt der Zuflucht“ zu werden, weil wir darauf bauen, dass Flüchtlinge und Migrant*innen von der Bevölkerung Siegens willkommen geheißen werden. Grundlagen für diese Haltung sind weltanschauliche Toleranz und der Respekt vor der Würde des Anderen. Diese Werte verteidigen wir gegen rechtspopulistische Parolen, gegen Gewalt gegenüber Andersdenkenden und gegen nationalistische Hetze. Gleichzeitig fordern wir, die staatlichen Verstrickungen in die rechtsextremistische Gewalt- und Mordszene umgehend und endgültig zu beenden.

Für den inneren Frieden und ein respektvolles Miteinander ist es entscheidend, dass alle Menschen in sozialer Sicherheit und fürsorglicher Gemeinschaft leben können. Dazu müssen als erstes Armut, prekäre Arbeitsverhältnisse und Sanktionen gegen Bezieher*innen von sozialer Grundsicherung überwunden werden.

Es trägt nach unserer Ansicht zum sozialen Frieden bei, wenn schrittweise alle Bereiche der Daseinsvorsorge gemeinschaftlich organisiert (z.B. in Sozialgenossenschaften) und größtenteils kostenlos angeboten werden. Dies sollte die Energie- und Wasserversorgung, die Abwasser- und Müllentsorgung, die Telekommunikation, den Nahverkehr, die Wohnungswirtschaft sowie die Bildungs-, Kultur- und Gesundheitsbereiche umfassen.

Wir halten an der Vision von einer friedlichen und gerechten Welt fest und setzen uns ein für gewaltfreie Konfliktlösungen, für Völkerfreundschaft und für wirtschaftliche und kulturelle Kooperationen auf Augenhöhe. Wir alle brauchen den Frieden zum Leben! Nieder mit dem Krieg!

Ich kann mir gut vorstellen, dass viele von Euch – gerade in der Vorweihnachtszeit bzw. zum Jahresende – diesen Aufruf „Gegen Rassismus und Krieg – für Frieden und Toleranz“ unterstützen. Für mich kommt in ihm all das zum Ausdruck, was ich mir für die Zukunft wünsche. Als Berliner Bär weiß ich nur zu gut, dass ohne Frieden alles nichts ist. Lasst uns gemeinsam und gewaltfrei für den Frieden kämpfen.

In diesem Sinne noch eine freudige Nachricht: Von der AG Siegerländer Friedensbewegung wurde mir die Schirmherrschaft für die folgende Veranstaltung am 15. Dezember angetragen, zu der ich Euch ganz herzlich einlade.

Herzlich grüßt Siegbärt.

Am Vortag des Siegener Gedenktages

NIEDER MIT DEM KRIEG!

Texte zum Dreißigjährigen Krieg

(1618 – 1648)

Lesung am Samstag, 15. Dezember 2018

um 15.00 Uhr

Zentrum für Friedenskultur (ZFK)

Kölner Str. 11 Siegen-Oberstadt

Im Gedenken an die Opfer der Kriege:

NIEDER MIT DEM KRIEG!

Unter der Schirmherrschaft des Berliner Bären Siegbärt und in Erinnerung an Wolfgang Popp.

Es werden Texte vorgelesen aus dem von Wolfgang Popp heraus gegebenen „Lesebuch Dreißigjähriger Krieg. I: Eine Textsammlung aus der Barockliteratur,

II: Literarische Texte von 1791 bis 1998“.

Der Beutebacher Konvent

Der Beutebacher Konvent

von Bernhard Nolz

Immer wieder wird in der Friedensbewegung der Eindruck erweckt, als hätten alle im Bildungsbereich Tätigen den Beutelsbacher Konsens zu beachten. Wohin das führen würde, zeigt die folgende Geschichte. Vorsicht Satire!

Erst wollten wir das trollige Geschehen gar nicht glauben, das Veronika Niere da kürzlich passiert ist. Aber dann sehen wir sie vor uns sitzen und sie erzählt uns die ganze Geschichte.

Als sie schnellen Schrittes das Nestlé Gymnasium in H. betreten wollte, um einen Vortrag über konstruktive Konfliktbearbeitung im schulischen Kontext (KoKoKokosnuss) zu halten, stellte sich Schulleiter E. ihr in den Weg.

Tut mir leid“, Frau Niere, „wir sind eine Schule, an der die Regeln des Beutebacher Konvents gelten“, sagte er und deutete mit dem rechten Zeigefinger auf die beiden großen Umhängetaschen, die Veronika Niere immer mit sich schleppte.

Sie wissen doch, das Beide-Seiten-Darstell-Gebot, verehrte Frau Kollegin, ein Beutebacher Konvents Muss.“

Aber ich habe doch schon zwei Taschen dabei, auf jeder Seite eine!“

Das reicht nicht, das reicht nicht!“ Fast überschlug sich seine Stimme. „Die Aufschrift ist doch total einseitig, einseitiger geht’s nicht!“

Was steht denn da überhaupt drauf, fragte sich Veronika und stellte die schweren Taschen ab.

Stattwerk für gewaltfreies Handeln.“

Es muss heißen“, Schulleiter E. hatte sich wieder beruhigt, „es muss heißen: „Stattwerk für gewaltfreies Handeln und für Gewalttätigkeit.“

Oder“, inzwischen war die Lehrerin L., die Veronika Niere in die Schule eingeladen hatte, hinzu getreten, „oder Stattwerk für gewaltfreies Handeln und für gewaltfreies Nichtstun“.“

Richtig, Frau Kollegin“, sagte der Schulleiter, „immer müssen beide Seiten berücksichtigt werden. So will es der Beutebacher Konvent.

Was machen wir denn nun?“

Sie tauschen die beiden Taschen einmal aus oder drehen sie einfach um. – Aber da ist noch etwas: das Überrumpelungsverbot. Sie wissen schon, Beutebach-Grundsatz 2. Unser Schrittdetektor hat mir gemeldet, dass sie sich eines viel zu schnellen Schrittes dem Gebäude genähert haben. Das Sicherheitspersonal fühlte sich überrumpelt. Die 1. Terrorstufe wurde ausgerufen. Und auch die Schüler*innen hätten Angst bekommen, wenn sie mit solcher Geschwindigkeit ins Klassenzimmer gestürmt wären. Hier soll niemand überrumpelt werden. Hier geht es gemächlich zu, aber mit einem hohen Leistungsformat, um beide Seiten des deutschen Bildungserfolgs zu benennen.“

Gerade wollten die drei Gesprächspartner die Schule betreten, als Pfarrer Reinherr Dichterl einen Schritt vortrat. Er hatte im Hintergrund abwartend der Auseinandersetzung gelauscht. Nun bewegte er sich – mit ausgestreckten Händen die Bibel vor sich her tragend – zwischen die Diskutierenden hindurch.

Der Beutebacher Konvent ist geradezu ideal auf die Bibel abgestimmt. Sie ist so alt, dass sie niemanden mehr überrumpeln kann und sie hat ihren Geltungsbereich sogar in mehr als zwei christlichen oder ähnlichen Religionen.“

Halt!“, rief der Schulleiter, „Sie haben das Beutebacher „Allen-gerecht-werden-Prinzip“ vergessen, das wir in der Schule zu praktizieren haben.“

Mein Gott“, sprach Pfarrer Reinherr Dichterl, „Sie machen es uns aber schwer. Wenn jeder den Menschenrechten so viele Steine in den Weg legen würde, wie Sie der Bibel, dann hätten wir die Hölle auf Erden.“

Sollen wir bei unseren Seminaren jetzt auch noch den Terroristen gerecht werden?“, fragte Veronika Niere. „Dafür müsste ich mir erst noch das Plazet des Vereinsvorstands einholen.“

Allen gerecht zu werden, bedeute den Himmel auf Erden zu haben“, entgegnete kühl der Schulleiter.

Aber mein Vortrag ist doch 100% Schüler*innen-orientiert, also Beutebach-gerecht“, warf Frau Niere ein.

Wo kämen wir denn dahin“, fragte der Schulleiter, wissbegierig in die Runde blickend, „wo kämen wir hin, wenn wir Schüler-gerecht arbeiten würden? Ich kann es Ihnen sagen, verehrte Unfrieden-Friedens-Frau, in die Anarchie, in ein Bildungschaos! Und ich frage Sie, wollen Sie das?“

Heute können wir sowieso nichts mehr ausrichten“, sagte die Lehrerin. „Es klingelt in drei Minuten, und morgen ist der tatkräftige Offizier, Oberleutnant Kall, dran. Er wird um 8.00 Uhr in die Schule einmarschieren.“

Ich habe morgen einen auswärtigen Termin“, murmelte der Schulleiter, „aber als Klassenlehrerin werden Sie das mit Beutebach und der Bundeswehr schon hinkriegen. Der Mann ist noch jung.“

Dann könnten wir beide doch morgen wieder kommen und mit dem Oberleutnant zusammen in der Klasse auftreten“, sagte Veronika. Reinherr nickte zustimmend.

Das geht nach Beutebach schon gar nicht“, sagte der Schulleiter. „Der Beutebacher Konvent verlangt eindeutig, dass jede Referentin und jeder Referent im Vortrag beide Seiten ausgewogen zu berücksichtigen habe. D.h. wir können den Schüler*innen nicht zumuten, zweimal beide Seiten, also zweimal das Gleiche, anhören zu müssen. Gleichzeitig kann ich Sie und den feschen Oberleutnant nicht vom Beutebacher Konvent entbinden. Das würde mich meine Karriere kosten und meine liebe Kollegin mit ins Unglück reißen.“

Genau“, sagte die Lehrerin. Ich habe gerade vor ein paar Tagen von einem solchen tragischen Fall Kenntnis erhalten. Ein Bundeswehr-Offizier wurde disziplinarisch belangt, weil in seinem Vortrag nicht fünfmal – das ist das militärische Minimum – das Wort Frieden oder Friedensbewegung vorgekommen war. Ein Schüler hatte heimlich Protokoll geführt und den Militärischen Abschirmdienst alarmiert.“

So ist es“, sagte der Schulleiter. „Wie die Bundeszentrale für politische Bildung achtet auch die Bundeswehr auf strikte Neutralität in Sachen Bundeswehr in der Schule. Wie sollte man sonst um Tucholskys „Soldatenmörder“ und die Kriegstoten herum kommen?“

Dann wandte er sich an Veronika Niere und Reinherr Dichterl: „Kommen Sie lieber morgen Abend zum „Trollinger Nestlé Konvent“. Dort steht ein Viertele für Sie bereit, eh wir uns wegen Beutebach gegenseitig die Köpfe abreißen. In vino veritas“, sagte er.

Wir wissen nicht, wie der Abend im „Trollinger Nestlé Konvent“ ausgegangen ist. Wir müssen erst noch Pfarrer Reinherr Dichterl fragen, wie Weinseligkeit und Friedensfähigkeit zusammen passen, und bei Veronika Niere Erkundigungen einziehen, ob der Auftrag, reinen Wein einzuschenken, das Beutebacher Wahrheitsgebot verwässert.

Was wir wissen, ist, dass die Beutelsbacher Konkurrenz nicht untätig geblieben ist.

Wirtschaftsflüchtlinge – Flüchtlinge 2. Klasse? 12. Siegener Afrika-Tagung, Samstag, 17. November 2018

Wirtschaftsflüchtlinge – Flüchtlinge 2. Klasse?

12. Siegener Afrika-Tagung

Samstag, 17. November 2018

Volkshochschule Siegen, KrönchenCenter, Markt 25, Siegen-Oberstadt

Afrikaflyer_2018_zw

Ablauf der Tagung

10.00 Uhr

Begrüßung

10.15 – 11.15 Uhr

Wirtschaftsflüchtlinge – eine Einführung

Renate Helm M.A., Universität Siegen

11.30 – 13.00 Uhr

Verstärkung der Armutsproblematik durch Umweltveränderungen

Prof. Dr. Cord Jakobeit, Universität Hamburg

13.00 – 14.00 Uhr

Pause

14.00 – 15.30 Uhr

EU – Afrika: Wirtschaftliche und politische Beziehungen als Förderung von Migration

Prof. em. Dr. Robert Kappel, Universität Leipzig

15.45 – 17.15 Uhr

Was prägt das Bild der Afrikaner*innen von Europa? – Warum sehen sie in Europa eine Perspektive für sich und ihre Familien?

Einführung: Bernhard Nolz, Pädagog*innen für den Frieden (PPF) Siegen

Erfahrungsberichte von afrikanischen Geflüchteten

Diskussion in Arbeitsgruppen

17.30 – 18.30 Uhr

Podiumsdiskussion: Bekämpfung von Fluchtursachen. Wie sehen derzeitige Lösungsansätze aus? Was muss getan werden?

Die Referent*innen in Diskussion mit den Teilnehmer*innen

18.30 – 19.00 Uhr

Auswertung und Ende der Tagung

Wirtschaftsflüchtlinge – Flüchtlinge 2. Klasse?

Das Thema Wirtschaftsflüchtlinge nimmt seit Längerem einen herausragenden Platz im politischen und medialen Diskurs über die „Flüchtlingskrise“ ein. Vor allem von rechtspopulistischen Bewegungen wird das Thema instrumentalisiert für Angriffe auf Geflüchtete aus afrikanischen Ländern. Es wird nicht hinterfragt, was diese Geflüchteten dazu bewogen hat, den langen und gefährlichen Weg nach Europa auf sich zu nehmen.

Die diesjährige Afrika-Tagung greift diese Frage auf und befasst sich mit den Fluchtursachen. Es wird auf die strukturellen Probleme eingegangen, deren Wurzeln nicht nur im Heute liegen, sondern teilweise bis weit in die koloniale Vergangenheit reichen. Ressourcenhunger ausländischer Investoren, unfaire Welthandelsbedingungen, verfehlte Entwicklungspolitik und Klimawandel sind einige der Gründe, die zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen für viele Menschen in afrikanischen Länder geführt haben.

Die Teilnehmenden erhalten einen Einblick in die Thematik und die Möglichkeit zur Diskussion mit Expert*innen und Betroffenen.

Die Afrika-Tagung wird veranstaltet von:

Gesellschaft für Friedenserziehung e.V., Volkshochschule Siegen, Verein für soziale Arbeit und Kultur Südwestfalen e.V. (VAKS), Koordinations- und Servicestelle entwicklungspolitischer Bildungsarbeit, Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden (PPF), Zentrum für Planung und Evaluation Sozialer Dienste (ZPE) der Universität Siegen, Africa’s People Africa’s Power e.V. (APAP), Zentrum für Friedenskultur (ZFK) Siegen

Gefördert von Brot für die Welt, Katholischer Fonds, Engagement Global (mit Logos)

Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung wird gebeten: vhs@siegen.de oder info@zfk-siegen.de

Info: Bernhard Nolz, 0171-8993637, 0271-23568535

Frieden mit der Natur im Hambacher Forst

Frieden mit der Natur im Hambacher Forst

Zum UN-Weltfriedenstag am 21. September fordert das Siegener Zentrum für Friedenskultur (ZFK) die Bundesregierung, die NRW-Landesregierung und den Energiekonzern RWE auf, nun endlich ihren Frieden mit der Natur zu machen und den Braunkohleabbau zu stoppen.

Das ZFK erwartet, dass der tragische Tod eines Journalisten zu einer sofortigen Abkehr von der Zerstörung von Natur und Landschaft im Hambacher Forst führt und die Menschen dort und in anderen Gebieten nicht länger wegen der Braunkohle aus ihrer Heimat vertrieben werden. Nach Ansicht des ZFK darf die Räumung des Forstes nicht fortgesetzt, sondern muss für endgültig beendet erklärt werden.

Bernhard Nolz, ZFK-Leiter und Aachener Friedenspreisträger: „Für den Hambacher Forst stelle ich mir eine friedliche Lösung des Konflikts in der Weise vor, dass das Waldgebiet inklusive der Baumhäuser als Natur-Kultur-Denkmal erhalten bleibt. Ergänzt werden könnte dieses Symbol für gesellschaftlichen Protest und dem Kampf für den Schutz der Natur durch ein Industriemuseum mit dem größten Braunkohlebagger der Welt. Der fortschreitende Klimawandel verlangt, dass der Schutz von Mensch und Natur in den Vordergrund des politischen Handelns rückt und die Profitinteressen der Energiekonzerne zurück gedrängt werden.“

Zentrum für Friedenskultur (ZFK), Kölner Str. 11, 57072 Siegen, 0271-23568535, 0171-8993637, nolzpopp@web.de

Zum Antikriegstag – Für Frieden und Völkerverständigung

Für Frieden und Völkerverständigung

Zum Antikriegstag (1. September) erheben die Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden (PPF) und das Siegener Zentrum für Friedenskultur (ZFK) gemeinsam ihre Stimme für Abrüstung und Frieden in der Welt.

Die beiden Organisationen fordern die Bundesregierung (CDU/CSU/SPD) auf, den Wehretat nicht weiter zu erhöhen, sondern stattdessen mehr Geld zur Verfügung zu stellen für den Umweltschutz, für den sozialen Wohnungsbau, für die Bildung und für die Alten- und Krankenpflege. Die Mehrausgaben in diesen Bereichen kämen allen Menschen in den Kommunen zugute und sicherten die Zukunft unserer Kinder.

Bernhard Nolz, ehrenamtlicher Sprecher beider Organisationen: „Wir sind besorgt über die Kriegsvorbereitungen Deutschlands und der anderen NATO-Staaten gegen Russland. Viele Menschen und Organisationen im Siegerland, wozu auch das ZFK gehört, haben sich seit Jahrzehnten um den Abbau von Feindbilder bemüht und sich für die Völkerfreundschaft eingesetzt, insbesondere auch mit Russland. Deshalb erwarten wir von der Bundesregierung, dass sie umgehend die Sanktionen gegen Russland beendet und den freien Reiseverkehr wieder herstellt.“

Im Hinblick auf die Verantwortung für eine friedliche Entwicklung der Kinder und Jugendlichen verlangen die Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden zum Antikriegstag 2018 von der Bundesregierung, dass sie nun endlich die Bestimmungen der Kinderrechtskonvention einhält und nicht länger Kinder bzw. Jugendliche als Soldaten bei der Bundeswehr aufnimmt.

Bernhard Nolz: „Diese Missachtung des Völkerrechts muss ein Ende haben. Als Friedenspädagoge wünsche ich mir darüber hinaus, dass die Bundeswehr ihre Werbeveranstaltungen an den Schulen für Kriegseinsätze und für den Dienst mit der Waffe zukünftig unterlässt.“

Solidarität mit Stefanie Carp und der Ruhrtriennale 2018

Pressemitteilung

Solidarität mit Stefanie Carp und der Ruhrtriennale 2018

Die Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden (PPF) sowie die verschwisterten Organisationen Zentrum für Friedenskultur (ZFK) Siegen und Dunkelcafé Siegen weisen entschieden die gegen die Ruhrtriennale-Intendantin Stefanie Carp erhobenen Vorwürfe des Antisemitismus zurück.

In Solidarität mit Frau Carp erheben wir unsere Stimme für die Befreiung des palästinensischen Volkes, solange das israelische Besatzungsregime in Palästina besteht und die israelischen Kriegsverbrechen fortgesetzt werden.

Die Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden (PPF) unterstützen die „Zwischenzeit?“ genannte Programmatik der Ruhrtriennale 2018. Seit 30 Jahren kämpfen wir mit friedlichen Mitteln um genau das, was die Ruhrtriennale folgender Maßen beschrieben hat: „Spätestens jetzt hat jede*r begriffen, dass die Forderungen nach Beteiligung, Gleichheit und Freiheit keine Frage eines politischen Geschmacks sind, sondern eine Frage des zivilisierten Überlebens.“

Wie wir der Presse entnehmen konnten, wurden die Eröffnungsrede von Nikita Dhawan und die Performance von William Kentridge „The Head and the Load” begeistert aufgenommen und es wurden eindrückliche Zeichen für Frieden und Gerechtigkeit gesetzt. Die nationale und internationale Anerkennung ist schon jetzt der Ruhrtriennale 2018 gewiss.

Nach seiner Besuchsverweigerung hat es NRW-Ministerpräsident Armin Laschet umso schwerer, den Grundsatz der kulturellen Vielfalt, die die Kulturpolitik des Landes Nordrhein-Westfalen Jahrzehnte lang geprägt hat, glaubwürdig bei seinem Besuch im Apartheid-Staat Israel vertreten zu können und sich für ein Ende der kulturellen und politischen Unterdrückung der Palästinenser*innen einzusetzen.

Bernhard Nolz

Sprecher der Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden (PPF)

nolzpopp@web.de www.friedenspaedagogen.de

0271-23568535 / 0171-8993637

Unglaublich aber wahr. 70 Jahre Nakba – 70 Jahre Israel von Bernhard Nolz

Unglaublich aber wahr
70 Jahre Nakba – 70 Jahre Israel
von Bernhard Nolz

Machen wir uns nichts vor
Nur das Undenkbare
Aus israelischer Sicht undenkbar
Hätte alle versöhnen können
Das Undenkbare getan zu haben
Hätte Israel am 14. Mai 2018
Mit Glückwünschen und Lob überhäuft
Das Undenkbare
Ein Friedensvertrag mit Palästina
Der Gründungsakt
Des Palästinensischen Staates
Am 15. Mai 2018
Ein Geschenk
An die ganze Welt

Schaut auf dieses Land
Zerstückelte Menschen und Landschaften
Der Albtraum der Nakba
Der Tod überall
70 erschossen an einem Tag
Menschen in Gaza
7000 Verletzte in einem Monat
Menschen in Gaza
Die Kugeln des Hasses aus Israel
Ein Feuerwerk des Todes
Für die Menschen in Gaza
Die Wolken der brennenden Reifen
Die schutzlosen Zeichen des Friedens
Verdecken die Täter und Opfer
Ein Fanal des Aufbruchs zum Leben

Noch huldigen scheinheilig Dreikönige
Den Inhabern jüdischer Macht
Sie bringen Geschenke
Oder lassen sie bringen
Für immer währende Existenz

Trump schickt Beton
Ein Klotz aus Stahl und Beton
In Jerusalem verankert
Der Einheit zum Trotz
Eine Botschaft und das Herz
Auf dem rechten Fleck
Macron das neue Europa
Den Karlspreis geschultert
Große Geschichte am Schreiben
Einladung zu Pesco verschenkt
Ein Traum von Sicherheit
Umwebt seine Häupter
Merkel präsentiert dem Jubilar
Auf silbernem Teller
Artig ein einzig Geschenk
Den deutschen Antisemitismuskrieg
Rassismus amtlich verordnet beauftragt
Im Saal ein Hauch von Niewieder

Damit Frieden gemacht wird
Werden Songs gesungen
Karikaturen gezeichnet
Gedichte geschrieben