Friedensdemo “Die Waffen nieder!” am 8.10. in Berlin

 

Aufruf zur Friedensdemo am 8.10. in Berlin

Liebe Friedensfreundinnen und -freunde,

wir rufen euch zur Teilnahme an der Friedensdemo “Die Waffen nieder!” auf. Der Titel stammt von Bertha von Suttner, die mit ihrem gleichnamigen Roman die Menschen für den Frieden begeistern, aber die verantwortlichen Politiker nicht vom 1. Weltkrieg abhalten konnte. Heute muss uns das gelingen! Kommt zur Demo nach Berlin und unterstützt unsere Friedensarbeit im Siegener Zentrum für Friedenskultur.

Infos: www.friedensdemo.org

Wolfgang Popp und Bernhard Nolz

Zur Teilnahme an der Friedensdemo „Die Waffen nieder!“ am 8. Oktober in Berlin rufen das Siegener Zentrum für Friedenskultur (ZFK) und die Siegener Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden (PPF) auf. PPF gehört zu den Erstunterstützern des Aufrufs, in dem es u.a. heißt:

„Die Waffen nieder! Kooperation statt NATO-Konfrontation. Abrüstung statt Sozialabbau. Die aktuellen Kriege und die militärische Konfrontation gegen Russland treiben uns auf die Straße. Deutschland befindet sich im Krieg fast überall auf der Welt. Die Bundesregierung betreibt eine Politik der drastischen Aufrüstung. Deutsche Konzerne exportieren Waffen in alle Welt. Das Geschäft mit dem Tod blüht. Dieser Politik leisten wir Widerstand. Die Menschen in unserem Land wollen keine Kriege und Aufrüstung – sie wollen Frieden. Die Politik muss dem Rechnung tragen.“

PPF-Sprecher und Friedenspreisträger Bernhard Nolz: „Krieg ist Terror. Er bringt millionenfachen Tod, Verwüstung und Chaos. Millionen von Kriegsflüchtlingen brauchen unsere Unterstützung. Der Krieg muss gestoppt werden, damit sie in ihre Heimat zurückkehren und sich am Wiederaufbau beteiligen können. Um der Kinder willen fordern wir alle Kriegsbeteiligten zum sofortigen Frieden auf.“ Information: www.friedensdemo.org

PS: Literaturcafé am Sonntag Nachmittag, 25. September 2016, 15.00 Uhr. Wolfgang Popp stellt den Skandalschriftsteller Hans Henny Jahnn vor.

 

Literaturcafé am 25.09.2016 – Hans Henny Jahnn – ein politischer Skandalautor

 

Literaturcafé am 25.09.2016 – Programmänderung

Hans Henny Jahnn – ein politischer Skandalautor

In Abänderung des Programms stellt Prof. Dr. Wolfgang Popp am 25. September 2016 um 15.00 Uhr seinen Lieblingsautor Hans Henny Jahnn vor. Die Lesung findet im Zentrum für Friedenskultur (ZFK), Kölner Str. 11, Siegen-Oberstadt statt.

Unter dem Motto „Es ist, wie es ist, und es ist fürchterlich“ wird der weithin unbekannte Schriftsteller Hans Henny Jahnn (1894 – 1959) vorgestellt.

Hans Henny Jahnn zählt in der Literaturgeschichte zu dem “produktivsten deutschen Außenseitern des 20. Jahrhunderts”. Als solcher tat er sich vor allem durch seine Romane hervor, die gekennzeichnet sind durch die Thematisierung von Sexualität und Gewalt. Dabei spielen durchweg skandalöse Männerfreundschaften eine dominante Rolle. Kulturpolitisch war er aktiv bei der Gründung der deutschen Abteilung des internationalen PEN-Clubs, in den 20-er Jahren Präsident des Kartells Hamburger Künstlerverbände und nach 1950 Mitbegründer und Präsident der Freien Akademie der Künste Hamburg. Seine Werke wurden von den Nazis verboten, er emigrierte auf die dänische Insel Bornholm. Nach dem Krieg engagierte er sich in der Bewegung gegen die Atomrüstung und Atomwirtschaft. Sowohl in der literarischen Welt wie in den Medien wurde er ebenso verteufelt wie hoch gelobt.

Zentrum für Friedenskultur (ZFK), 0271-20596

 

Lesung – 9/11twenty16 – Von der Suche nach einem verschollenen Film

Literatur Extra Lesung

Sonntag 11. September 2016 15.00 Uhr

Zentrum für Friedenskultur (ZFK) Kölner Str. 11 Siegen-Oberstadt

9/11twenty16

Bernhard Nolz liest aus seiner Erzählung 9/11twenty16. Von der Suche nach einem verschollenen Film.

Die Anschläge von New York am 11.09.2001 haben auch in Siegen Spuren hinterlassen. Ein Dokumentarfilm über die damaligen Ereignisse gilt als verschollen. Bernhard Nolz hat die Filmhandlung rekonstruiert und in eine erfundene Rahmenhandlung eingebettet.

Zu den handelnden Personen gehören u.a. ein Lehrer, ein Student, ein Schüler, ein Bundestagsabgeordneter, ein Bundeskanzler, ein Rechtsanwalt, ein Professor und eine Pfarrerin.

Was war eigentlich los in Siegen nach dem 11. September 2001? Was wird heute von damals erzählt und was verschwiegen? Was zeigt der verschollene Film, den der Autor zu rekonstruieren versucht? Was hat die Spurensuche 2001 und 2016 ergeben?

Wer kann weiterhelfen bei der Suche nach der Wahrheit und der Annäherung an die Wirklichkeit?

 

Bernhard Nolz verlässt Die Linke

 

Bernhard Nolz verlässt Die Linke

„Der Antikriegstag (1. Sept.) erscheint mir als das richtige Datum, öffentlich bekannt zu geben, dass ich nach über 10-jähriger Mitgliedschaft aus der Partei Die Linke ausgetreten bin.

Der Hauptgrund ist darin zu sehen, dass der Kreisvorstand Die Linke Siegen-Wittgenstein seit Jahren einen Kleinkrieg gegen das Zentrum für Friedenskultur (ZFK) und gegen die Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden (PPF) führt, deren Bundessprecher ich bin.

Statt gemeinsam mit uns für Gewaltlosigkeit und für die Solidarität der Völker einzutreten, orientiert sich der Kreisvorstand an den Gewalt-bereiten Antideutschen. Die sind eine sektiererische Minderheit innerhalb der Partei Die Linke, die alle verteufelt, die Kritik am Kapitalismus und an seinen Vernichtungskriegen äußern.

Ich will auch nicht länger darüber schweigen, wie intolerant und diskriminierend sich Mitglieder des Kreisvorstands Die Linke Siegen-Wittgenstein mir und anderen Parteimitgliedern gegenüber verhalten haben. Dazu gehörte auch der Versuch, mich aus der Stadtratsfraktion Die Linke raus zu mobben. Selbst als das Verwaltungsgericht Arnsberg dem ein Ende gesetzt hatte, gelang es dem Fraktionsvorstand nicht, die Regeln der Rechtsstaatlichkeit anzuerkennen. Die Hetze gegen Andersdenkende in Partei und Fraktion wurde weiter betrieben. Es bleibt zu hoffen, dass die Partei Die Linke Siegen-Wittgenstein zum gegenseitigen Respekt und zum Frieden zurückfindet.“

Am Antikriegstag 2016 nimmt Bernhard Nolz an der Verleihung des diesjährigen Aachener Friedenspreises teil, der ihm 2002 verliehen wurde. Die diesjährigen Preisträger sind die Initiative Freie Heide und die türkischen Wissenschaftler, die sich schon vor dem Putsch für Demokratie und Menschenrechte in der Türkei eingesetzt haben.

 

Literaturcafé am Sonntag, 28. August 2016

 

Literaturcafé am Sonntag Nachmittag im ZFK

Abgründiger Humor und kritischer Widerstand: Irmtraut Morgner

Die Veranstaltungsreihe „Literaturcafé“ wird am 28. August 2016 um 15.00 Uhr mit der Vorstellung der Schriftstellerin Irmtraut Morgner fortgeführt. Olaf n. Schwanke stellt Irmtraut Morgner (1933 – 1990) vor, unter dem Motto „Humor als aktiver Widerstand gegen die Bedrohung“.

Abgründiger Humor und kritischer Widerstand gegen alles scheinbar Selbstverständliche waren in der Tat Kennzeichen der Literatur der eingefleischten DDR-Autorin Irmtraut Morgner. In Chemnitz in proletarischen Verhältnissen aufgewachsenen, musste sie sich den Zugang zur Literatur gegen viele Widerstände erkämpfen. An der Universität Leipzig studierte sie bei Hans Mayer und Ernst Bloch. Ihre epochalen Werke „Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura” (1975) und „Amanda. Ein Hexenroman” (1983) machten den Geschlechterkonflikt und die uneingelöste Gleichberechtigung der Frau in der DDR zum Thema. Sie wurden wegweisend für die darauf folgende vielfältige Weiterbearbeitung des Themas bei Schriftstellerinnen in der DDR wie in der BRD. Sie starb, einigermaßen verzweifelt an den Verirrungen der Frauenemanzipation ebenso wie am scheiternden Sozialismus, dessen Zusammenbruch sie nicht mehr erlebte.

Weitere Termine und AutorInnen des Literaturcafés 2016

25.09.2016: Hans Henny Jahnn

30.10.2016: Erasmus Schöfer

27.11.2016: Günther Anders

18.12.2016: Johan Galtung

Auskunft erteilt: Prof. Dr. Wolfgang Popp, 0271-20596

nolzpopp@web.de

www.friedenspaedagogen.de

 

Atomwaffenfrei – jetzt!

 

Atomwaffenfrei – jetzt!

Zum Hiroshima-Tag (6. August) zeigt sich das Siegener Zentrum für Friedenskultur (ZFK) besorgt über die begonnene Modernisierung der Atomwaffen, die in Büchel (Eifel) stationiert sind. Ihre bloße Existenz bedroht auch das Siegerland. NATO-Politiker denken über einen Einsatz gegen Russland nach. Er würde aus Europa ein unbewohnbares Wüstland machen. Tausend Mal Hiroshima und Nagasaki zusammen! Die Atombombenabwürfe im August 1945 töteten 100.000 Menschen sofort, bis zu einer halben Million Japaner starben an den Folgen der atomaren Verseuchung.

Im Gedenken an die Opfer und in Verantwortung für eine friedliche Zukunft unterstützt das ZFK die Forderung nach weltweiter Ächtung der Atomwaffen. Die Bundesregierung wird aufgefordert, auf die nukleare Teilhabe Deutschlands zu verzichten, was auch von einer großen Mehrheit der Bevölkerung verlangt wird“, erklärt Bernhard Nolz, Aachener Friedenspreisträger und Geschäftsführer des ZFK.

Zu atomaren Abrüstung gehört aber auch die sofortige Stilllegung aller Atomreaktoren in Europa. Die meistens sind gegen terroristische Angriffe ungeschützt. Es ist nicht auszudenken, welche verheerenden Folgen solche Aktionen auch für uns haben würden.

Zentrum für Friedenskultur (ZFK), 0271-20596, info@zfk-siegen.net, www.friedenspaedagogen.de

 

Schwulenfeindlichkeit im Alter

 

Wolfgang Popp

Schwulenfeindlichkeit im Alter

Da hat man ein halbes Leben lang für die Gleichstellung von schwulen Männern und lesbischen Frauen und von Menschen mit anderer Sexualität in unserer Gesellschaft gekämpft und glaubt wenigstens ein Stück an sexueller Freiheit und Selbstbestimmung erreicht zu haben, – und muss im Jahr 2016 erleben, dass Tausende auf die Straße gehen, um dagegen zu protestieren. Über 16.000 Menschen unterstützen eine Petition, in der sie es ablehnen, dass im Sexualkundeunterricht der Schulen auch über Homo- und Transsexualität aufgeklärt und gesprochen wird. Das untergrabe „in untragbarer Weise das grundgesetzlich garantierte Erziehungsrecht der Eltern und leistet der Verunsicherung und Indoktrination unserer Kinder Vorschub.“

Wieso eigentlich? Die Schulgesetze aller Bundesländer schreiben doch verbindlich vor, dass bei Entscheidungen über bestimmte Inhalte des Sexualkundeunterrichts an einer Schule die Eltern zu beteiligen sind, über Notwendigkeit, Sinn und Herangehensweise aufgeklärt und ihre möglichen Einwände berücksichtigt werden sollen. Und wieso leistet die Thematisierung von Homo- und Transsexualität der „Verunsicherung und Indoktrinierung“ der Kinder Vorschub? Homosexuelle oder transsexuelle Kinder wissen schon früh, vor jeder sexuellen Praxis, im Unterbewusstsein von ihrer sexuellen Ausprägung und werden verunsichert, wenn sie nicht erfahren, was dies bedeutet oder dass es gar verachtet wird. Und sie fühlen sich indoktriniert durch eine Erziehung, sei es durch ihre Eltern oder die Schule, die ihnen Wissen darüber verwehrt.

Und wer sind überhaupt „unsere Kinder“? Unser Besitz, Eigentum? Gehört es zum „Erziehungsrecht“ von Eltern, zu entscheiden, in welche Richtung sich ihr Kind sexuell entwickelt? Wie sollen sie sich nach Meinung der Eiferer verhalten, wenn sich heraus stellt, dass ihr Kind homosexuell oder transsexuell ist? Was ist mit Kindern schwuler oder lesbischer Eltern? Wenn sie sich als heterosexuell entwickeln, was immer noch das Wahrscheinlichste ist, oder als schwul oder lesbisch oder transsexuell? Sind das alles „unsere Kinder“, für die „wir“ das Elternrecht in Anspruch nehmen dürfen? Und was ist überhaupt mit den Rechten des Kindes, zu denen das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung gehört? Alles Fragen, die die Eiferer für das Erziehungsrecht der Eltern über den Haufen werfen. Sie gehen auf die Straße mit dumpfen Parolen wie „Ehe bleibt Ehe! Stoppt die Gender-Agenda und die Sexualisierung unserer Kinder!“ (Stuttgart 2015) oder „Stoppt Gender und Sexualpädagogik der ‘Vielfalt’ in Bayerns Schulen!“ (München 2016) und wollen die mühsam genug erkämpften Fortschritte in der bundesdeutschen Gesetzgebung und Rechtsprechung rückgängig machen.

Ich weiß nicht, ob die Homo-Ehe ein erstrebenswertes Ziel des Kampfes um Gleichstellung ist. Für mich hat sie einen zu bitteren Geruch von patriarchalisch-christlicher Macho-Gesellschaft, in der das Machtdenken der Männer sich immer noch und immer wieder durchsetzt. Mir würde eigentlich eine Partnerschaft, ob „eingetragen“ oder nicht, genügen, wenn die Partner alle bürgerlichen Rechte hätten wie jeder Mann und jede Frau, auch ein richtig verstandenes Erziehungsrecht. Und ich bin sicher, dass es unserer Gesellschaft gut täte, wenn mehr sensible Schwule und Lesben ihren Kinderwunsch realisieren könnten, sei es als Paar oder als Alleinerziehende, sei es mit eigenen Kindern oder mit adoptierten. Sie würden vielleicht mit mehr Achtung vor den Rechten und der Entwicklung ihrer Kinder das Erziehungsrecht wahrnehmen, als diejenigen, die jetzt „unsere“ Kinder davor schützen wollen, in einem verantwortungsvollem schulischen Sexualkundeunterricht ihrem Alter angemessen über das Phänomen der menschlichen Sexualität und ihrer verschiedenen Ausprägungen aufgeklärt zu werden und unbefangen auch untereinander darüber sprechen zu können.

Schon in der Grundschule sind „schwul“ und „lesbisch“ weit verbreitete Schimpf- oder Spottwörter, selbst wenn die, die sie benutzen, noch gar keine Ahnung von ihrer Bedeutung haben. Aber sie wissen im frühen Alter, dass man mit diesen Wörtern andere schlecht machen, beleidigen und kränken kann, sie lernen schon früh, andere zu verachten und werden das in der Jugend und im Erwachsenenleben fortsetzen. Neuere Studien weisen nach, dass Schwulenfeindlichkeit trotz aller Gleichstellung und offizieller Toleranz noch immer in unserer Gesellschaft fest verankert und alltäglich ist. So stellte die Deutsche Aidshilfe kürzlich in einer Umfrage unter Schwulen fest, dass 15% der Befragten angaben, im letzten Jahr vor der Befragung verbale oder körperliche Gewalt erfahren zu haben, bei den 16- bis 19-Jähigen waren es sogar erschreckende 37%. Die heute Kinder vor Sexualisierung schützen wollen, indem sie sie dumm halten, züchten genau diese Gewalt, und das nachhaltig.

Die Demo in München wurde kurzfristig abgesagt, angeblich wegen der kürzlichen Attentate. Tatsächlich aber hatte sich bayernweit ein breites Bündnis gebildet, das unter dem Motto „Vielfalt statt Einfalt“ zum Widerstand aufrief. Das kann uns ermutigen und wir sollten uns mit diesem Widerstand solidarisieren. Aber machen wir uns nichts vor: sie werden weiter machen, wenn wir uns nicht wehren. Unser Kampf gegen gegen Rückständigkeit und Borniertheit, für eine friedliche, humane, gerechte und kinderfreundliche Gesellschaft muss weiter gehen.

So skeptisch ich diese Entwicklungen aus der Perspektive meines Alters sehe, so zufrieden und ausgeglichen bin ich in meiner eigenen Beziehung mit meinem alten Partner. Wir haben manche verdeckte und offene Schwulenfeindlichkeit gemeinsam durchgestanden und uns unser eigenes Leben und unsere eigene beschränkte Freiheit erkämpft. Und wir haben nicht nur für uns gekämpft, sondern uns auch als Lehrer dafür eingesetzt, dass homosexuelle und transsexuelle Kinder und Jugendliche sich frei von Diskriminierung und Anfeindung entwickeln konnten. Und wir haben uns unser Leben lang in sozialen und friedensbewegten Aktivitäten engagiert. Erst das gibt mir ein wenig Hoffnung, dass eine wahrhafte Einbindung von Schwulen. Lesben, von Menschen mit anderen Sexualitäten und vor allem von Kindern in eine humane Mehrheitsgesellschaft möglich ist.

 

Elfriede Jelinek – Literatur-Nobelpreisträgerin

Elfriede Jelinek – Literatur-Nobelpreisträgerin
Vor der Sommerpause wird am Sonntag, 26. Juni 2016 um 15.00 Uhr im Literaturcafé am Sonntag Nachmittag die Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek vorgestellt.
Unter dem von ihr formulierten Motto „ Als Frau machst du dann auch noch die Erfahrung, dass Intellekt den erotischen Wert schmälert“ wird sich Nils Wilkinson mit der Autorin und Vorkämpferin der Frauenemanzipation auseinander setzen.
Die Veranstaltung findet im Zentrum für Friedenskultur (ZFK), Kölner Str. 11, Siegen-Oberstadt statt.
Elfriede Jelinek (geb. 1946) ist Trägerin des Nobelpreises für Literatur 2004 und spielt im westlichen Literaturbetrieb eine durchaus schillernde, umstrittene Rolle: Als scharfe und bis ins Zynische gehende Kritikerin der Männer-dominierten Politik und Gesellschaftsordnung gilt sie als Vorkämpferin der Frauenemanzipation. Als detailbesessene, realistische Schilderin weiblicher Lebenswelten gerät ihre Literatur leicht ins Pornografische und in den Ruch der Frauenverachtung.
In ihrer Art, sensibel auf jegliche gesellschaftliche Verwerfungen zu reagieren, schießt sie für viele oft übers Ziel hinaus, für andere ist genau ihre Radikalität ihr besonderes aus dem literarischen Alltag heraus ragendes Markenzeichen. Kennzeichen dafür sind ihre Romane “Die Liebhaberinnen” (1975), “Die Klavierspielerin” (1983), “Die Kinder der Toten” (1995), “Neid” (2007/2008) und andere.
Das Literaturcafé bietet ab 14.00 Uhr Kaffee und Kuchen und kalte Getränke zu günstigen Preisen.
Besuchen Sie auch unser Dunkelcafé – www.dunkelcafe-siegen.de
Reservierung: 0271-2367694

An alle deutschen EM-Fußballfans: Bleiben Sie daheim!

 

Die Bundesregierung informiert

Fußball Europa Meisterschaft 10.06. – 10.07.2016 in Frankreich

AN ALLE DEUTSCHEN FUSSBALLFANS.

Bleiben Sie daheim!

Nach der Verlängerung des Ausnahmezustands in Frankreich müssen Sie davon ausgehen, dass Frankreich kein sicheres Ankunftsland mehr ist.

Überall in Frankreich – auf der Fahrt zu den EM-Austragungsorten, vor und in den Stadien und auch auf dem Rückweg zum Hotel – können Sie bis zum Ende der EM als Terrorist in Gewahrsam genommen werden. Ohne Richter und ohne Kontakt zu einem Rechtsanwalt oder zu Verwandten.

Frankreich ist ein Unrechtsstaat geworden. Viele Fußball-Fans aus dem Osten wissen, was das heißt. Kleiden Sie sich deshalb ab der deutsch-französischen Grenze unauffällig und führen Sie Ihre Fußball-Fan-Utensilien verdeckt mit sich oder lassen Sie sie besser gleich an der Grenze zurück.

Deutsche Hooligans und Menschen, die als Fußball-Fans erkennbar sind, müssen unmittelbar nach dem Grenzübertritt mit Verhaftung und mit Lagerhaft bis zum Ende der EM rechnen. Die Bundesregierung wird alles dran setzen, dass die französische Regierung Deutschland als sicheres Herkunftsland einstuft. Wenn das gelingt, können wir Sie, verehrte deutsche Fußball-Fans, rechtzeitig an die Bierkrüge beim EM Public Viewing in die Heimat zurückholen.

Wenn Sie trotz alledem Ihre freien Fußballfanrechte in Frankreich wahrnehmen wollen, dann machen Sie deutlich, dass Sie mit der französischen Kultur vertraut sind. Führen Sie immer ein Baguette, ein Stück Camembert und eine Flasche Rotwein mit sich. Auch ein kleiner Eiffelturm als Schlüsselanhänger kann Wunder wirken – oder eine Postkarte von einem Kunstwerk im Louvre. Zeigen Sie auch Achtung vor der französischen Sprache und kramen Sie ihre letzten Brocken dieser Weltsprache zusammen.

Finden Sie sich trotz aller Vorbeugungsmaßnahmen im Polizei-Gewahrsam wieder, hat die Bundesregierung für die Ticketbesitzer unter Ihnen die staatliche Garantie erkämpft, dass Sie wenigstens das entsprechende Fußballspiel vor dem Anstalts-Fernseher verfolgen können.

Ihr für Sie wertlos gewordenes Ticket können Sie dem französischen Staat für eine Tombola zur Verfügung stellen. Ihr Ticket wird dann zusammen mit anderen Tickets unter Fußball-treuen Kriegsveteranen aus den ehemaligen französischen Kolonien verlost. Auf diese Weise werden aus ehemaligen Feinden Freunde, die gemeinsam haben, dass der Fußball und die Welt rund sind. So gelangt auch im Ausnahmezustand die deutsch-französische Freundschaft zu neuer Blüte.

Deshalb: Lassen Sie sich nicht beirren. Bleiben Sie deutscher EM Fußballfan, in Frankreich, in Deutschland und überall. Die Bundesregierung ist bei Ihnen!

Verantw.: Bernhard Nolz

 

Bele Bachem – Literaturcafé am 29. Mai 2016

 

Märchen erzählt sie nicht, sondern ziemlich Reales über uns

Eine außergewöhnliche Autorin und bildende Künstlerin stellt Olaf n. Schwanke am 29. Mai 2016 um 15.00 Uhr im Literaturcafé am Sonntag Nachmittag vor: Bele Bachem (1916 – 2005).

Die Veranstaltung findet im Zentrum für Friedenskultur (ZFK), Kölner Str. 11, Siegen-Oberstadt statt. Das Literaturcafé ist ab 14.00 Uhr geöffnet und bietet Kuchen, Kaffee und andere Getränke zu günstigen Preisen.

Bele Bachem, die vor 100 Jahren geboren wurde, gilt neben Unika Zürn als eine der wenigen bedeutenden Surrealistinnen der deutschen Literaturgeschichte. In Düsseldorf als Tochter eines bekannten Kunstmalers geboren, studierte sie in Berlin und macht sich bald einen eigenen Namen als Bühnenbildnerin für bekannte Theateraufführungen, später auch durch Plakatentwürfe und andere grafische Arbeiten.

Ihre Kunst wird von den Nazis als “entartet” verboten. Nach Kriegsende zieht sie nach München, was ihre zweite Heimat wird. In späteren Jahren schreibt sie eigene Texte und illustriert sie. Darunter “Ausverkauf im Wind” (1960), “Rosenwasser ausverkauft” (1977), “Von Sklaven der Liebe” (1980). Aus Anlass ihres 100. Geburtstages zeigt die Universitäts-Bibliothek Siegen eine Ausstellung ihres Werkes.