Bericht über den Dichter Rolf Bongs
Im Literaturcafé am Sonntag Nachmittag werden am 26. Februar 2017 um 15.00 Uhr Leben und Werk des Dichters Rolf Bongs (1907 – 1981) von Olaf neopan Schwanke vorgestellt. Das Zusammentreffen der beiden Dichter verspricht einen amüsanten Literatur-Nachmittag im Zentrum für Friedenskultur (ZFK) in der Kölner Straße.
Für den Düsseldorfer Germanisten Martin Hollender ist der 1907 in Düsseldorf geborene und in großbürgerlichem Haushalt aufgewachsene Rolf Bongs ein Schriftsteller und Dichter, „der weniger zu den vergessenen als vielmehr zu den niemals über die Grenzen des Rheinlands hinaus bekannt gewesenen Autoren gehörte“ – aber sehr lohnenswert, neu entdeckt zu werden.
Bongs, geprägt durch Wandervogel und Lebensreform, schrieb Gedichte neusachlicher Art, die ganz modern den schönen Körper, das antike Schönheitsideal besingen, schrieb Essays, Kurzgeschichten, Reiseromane – und immer am großen Publikum vorbei. Er blieb dem humanistischen Ideal verpflichtet, obgleich seine gelegentlich schillernde Biografie anderes unterstellt: Sein erster Gedichtband der alternativen Rabenpresse wurde 1935 von den Nazis verboten, 1942 nahm er als Offizier der Waffen-SS propagandistisch am Krieg und den Umsiedlungsaktionen der braunen Machthaber teil.
Im Nachkriegsdeutschland geriet er literarisch an den Rand, hasste die zeitgenössischen Literatenkollegen und schlug sich mit Gelegenheitspublikationen durch, seine Lyrik war zu experimentell für den großen Publikumserfolg. Er erhielt eine Professur an einer amerikanischen Universität, vier Literaturpreise, regionale Aufmerksamkeit. Krank durch Spätfolgen einer Kriegsverletzung, setzte Rolf Bongs seinem Leben 1981 selbst ein Ende.
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