Archiv: August 2020

Social Distancing ist tödlich, weil es keine Liebe und Heimat kennt

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Überlegungen am Antikriegstag zum Heimatschutz

Das Siegener Zentrum für Friedenskultur (ZFK) zeigt sich zum Antikriegstag (1. September), der auch Weltfriedenstag genannt wird, besorgt über die Pläne der Bundesregierung, eine Heimatschutztruppe der Bundeswehr aufbauen zu wollen.

ZFK-Leiter Bernhard Nolz: „Für unsere Heimat, das Siegerland, aber auch für ganz Deutschland, lehnen wir Waffen tragende Ordnungskräfte ab. Wozu soll die Ausbildung zum Töten gut sein?“

Das ZFK hält es in Corona-Zeiten für verfehlt, noch mehr Geld fürs Militär auszugeben. Was die Gesellschaft braucht – jetzt nötiger denn je – sind öffentliche Investitionen in den Gesundheitsschutz, zum Schutz der Kinder gegen Missbrauch und für den Jugendschutz. Außerdem bedarf es großer Anstrengungen und Finanzmittel, die Schulen für das Lernen in kleinen Gruppen umzugestalten und in „Gesunde Schulen“ umzubauen bzw. mit Sozial- und Gesundheitsräumen zu erweitern. Die Regierungen müssen hier Schwerpunkte setzen und das Geld nicht für Aufrüstung und für Kriegsvorbereitungen rauswerfen.

Als pensionierter Lehrer sorgt sich Bernhard Nolz um den sozialen Frieden in der Schule: „Die Corona-Maßnahmen haben uns gelehrt, dass Home Schooling in die Sackgasse der Computersucht und der Vereinsamung führt. Die Schüler*innen finden keinen Frieden mehr mit sich selbst, und es fehlen die Freunde, an denen man sich erkennen kann, weil sie anders sind. Social Distancing ist tödlich, weil es keine Liebe und Heimat kennt. Deshalb: „Social Learning“ und „Peace Education“ werden zu den Hauptaufgaben der Schulen, die zukünftig nur als „Schulen der Inklusion“ gelebt werden können.“

Friedenslogik als Grundlage zur Bearbeitung von Konflikten

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Friedenslogik als Grundlage zur Bearbeitung von Konflikten

von Bernhard Nolz

Vom Bündnis „Siegen Gegen Rechts“ und seinen Unterstützer*innen wird angenommen, dass vom III. Weg eine Gefahr für die Demokratie ausgeht. Deshalb entwickeln sie ein Feindbild und rufen zum Kampf gegen den III. Weg auf, deren Mitgliedern demokratische Grundrechte verwehrt werden (sollen).

Vom Zentrum für Friedenskultur wurden mehrfach friedenslogische Antworten zum Konflikt gegeben. Friedenslogisch betrachtet wird bei der Konfliktbearbeitung die Gewaltdimension in den Mittelpunkt gerückt. Bestehende Gewalt soll verringert, drohende Gewalt verhindert werden. Gewalt wird (nach Galtung) verstanden als Erfahrung der Nichtbeachtung von Grundbedürfnissen.

In der Tabellen artigen Übersicht werden „Feindbildlogik“ und „Friedenslogik“ gegenüber gestellt, ohne dass auf den konkreten Konflikt eingegangen wird. Auf der Folie der Konflikttabelle können Konfliktbeteiligte aber auch andere Interessierte die Fragestellungen und jeweiligen Antworten an eigenen Beispielen konkretisieren.

Fragestellung

Handlungsschwerpunkt

Feindbildlogische Antwort Friedenslogische Antwort
Was wird als Problem wahrgenommen?

Handlungen orientieren sich an

Bedrohung, Gefahr, Unsicherheit

Gefahrenabwehr, Verteidigung

Gewalt, die stattfindet oder droht

Gewaltprävention und -Minimierung

Wodurch ist das Problem entstanden?

Handlungen zielen auf

durch Andere/von außen kommend

Schuldzuschreibung, Wahrung eigener Interessen

als Folge komplexer Konflikte

Konfliktanalyse und Konflikttrans- formation, eigene Anteile einbeziehen

Wie wird das Problem bearbeitet?

Handlungsansätze sind

mit Selbstschutz (Abschreckung, Drohung, Gewalt)

Abschottung, Sicherheitsstrukturen, Drohung, Einsatz von Gewaltmitteln

durch kooperative Konfliktbearbei-

tung

Deeskalation, Schutzmaßnahmen für Opfer, gewaltfreie Dialoge

Wodurch wird eigenes Handeln gerechtfertigt?

Rechtfertigung führt zu

mit dem Vorrang eigener Interessen

Relativierung eigenen Handelns,

Anpassung von Normen an eigene Interessen

mit der Universalität von Menschen-rechten und Völkerrecht

Hinterfragung eigener Interessen und ihrer Veränderung im Sinne globaler Normen

Wie wird auf Scheitern und Misserfolg reagiert?

Handlungsfolge ist

mit Selbstbestätigung, ohne Selbstkritik

Verschärfung der bisher eingesetzten Mittel oder Rückzug in Passivität

mit offener, kritischer Reflexion

Einräumung von Fehlern bzw. Problemen, Suche nach gewaltfreien Alternativen

Quelle: Flyer „Friedenslogik weiterdenken“, Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, 2019

Es ist Zeit für Menschlichkeit und Inklusion. Das heißt, sich von der Forderung nach der Diskriminierung Andersdenkender zu verabschieden, Feindbilder zu überwinden und den Kampf um die Verwirklichung einer humanen und friedlichen Gesellschaft aufzunehmen. Dazu gehören die Überwindung des derzeitigen Corona-Regimes und die Wiederherstellung der Demokratie.

Nehmt die Atombomben mit!

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Freiheitsdemo am 1. August

Wir sind überwältigt von der Teilnahme an der Berliner Freiheitsdemo vom 1. August gegen die Entdemokratisierung durch die Corona-Maßnahmen, bei der Hunderttausende mitgemacht haben. Ich denke, bei allen öffentlichen Erklärungen und Veranstaltungen der Friedensbewegung in unserer Region sollten wir von nun an die Forderung nach einer Beendigung der Einschränkung demokratischer Grundrechte integrieren. Der Schutz der Gesundheit ist auf demokratischem Wege und mit der Garantie der demokratischen Grundrechte ohne Weiteres möglich.

Aufforderung zum Hiroshimatag: Nehmt die Atombomben mit!

Als gutes Zeichen für den Frieden in Europa bezeichnet das Siegener Zentrum für Friedenskultur (ZFK) den von der US-Regierung bestätigten Abzug von 12.000 US-Soldaten aus Deutschland.

Wir hoffen“, so ZFK-Leiter Bernhard Nolz, „dass die US-Regierung am 6. August, dem Hiroshima-Tag, bekannt gibt, dass die abziehenden US-Soldaten die 20 US-Atombomben, die in Büchel/Eifel lagern, gleich mitnehmen werden.“

Zur Erinnerung: Am 6./9. August jähren sich zum 75. Mal die Tage, an denen die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki durch US-amerikanische Atombomben zerstört wurden. Mit den in Büchel lagernden US-Atombomben kann ganz Mitteleuropa dem Erdboden gleich gemacht werden. Das Perverse daran ist, die deutsche Bundesregierung besteht darauf, dass dieses atomare Vernichtungswerk von Bundeswehr-Piloten in Gang gesetzt werden soll. Deshalb steht die Milliarden schwere Anschaffung neuer Bombenflugzeuge bevor.

Wir hoffen“, sagt Bernhard Nolz, „dass die Bundesregierung zur Besinnung kommt und ihre atomaren Kriegspläne aufgibt. Und sie sollte sich nicht länger sträuben, dem UN-Vertrag zum globalen Atomwaffenverbot beizutreten.“

Das Zentrum für Friedenskultur hält es für den Frieden in Europa für notwendig, dass noch in diesem Jahr in Deutschland ein militärischer Shutdown durchgeführt wird, mit dem die Bundeswehrstärke verringert und die Waffenproduktion und der Export von Waffen auf Null herunter gefahren werden. Die frei werdenden Mittel werden dringend im Gesundheits- und Bildungsbereich und für Maßnahmen gegen den Klimawandel benötigt.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass die Einschränkung der Grundrechte (z.B. Versammlungs- und Meinungsfreiheit) umgehend aufgehoben werden müssen Mit dem Verlauf von Covid-19 lassen sich die diktatorischen Verordnungen nicht länger rechtfertigen.

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