Friedenslogik als Grundlage zur Bearbeitung von Konflikten
von Bernhard Nolz
Vom Bündnis „Siegen Gegen Rechts“ und seinen Unterstützer*innen wird angenommen, dass vom III. Weg eine Gefahr für die Demokratie ausgeht. Deshalb entwickeln sie ein Feindbild und rufen zum Kampf gegen den III. Weg auf, deren Mitgliedern demokratische Grundrechte verwehrt werden (sollen).
Vom Zentrum für Friedenskultur wurden mehrfach friedenslogische Antworten zum Konflikt gegeben. Friedenslogisch betrachtet wird bei der Konfliktbearbeitung die Gewaltdimension in den Mittelpunkt gerückt. Bestehende Gewalt soll verringert, drohende Gewalt verhindert werden. Gewalt wird (nach Galtung) verstanden als Erfahrung der Nichtbeachtung von Grundbedürfnissen.
In der Tabellen artigen Übersicht werden „Feindbildlogik“ und „Friedenslogik“ gegenüber gestellt, ohne dass auf den konkreten Konflikt eingegangen wird. Auf der Folie der Konflikttabelle können Konfliktbeteiligte aber auch andere Interessierte die Fragestellungen und jeweiligen Antworten an eigenen Beispielen konkretisieren.
| Fragestellung
Handlungsschwerpunkt |
Feindbildlogische Antwort | Friedenslogische Antwort |
| Was wird als Problem wahrgenommen?
Handlungen orientieren sich an |
Bedrohung, Gefahr, Unsicherheit
Gefahrenabwehr, Verteidigung |
Gewalt, die stattfindet oder droht
Gewaltprävention und -Minimierung |
| Wodurch ist das Problem entstanden?
Handlungen zielen auf |
durch Andere/von außen kommend
Schuldzuschreibung, Wahrung eigener Interessen |
als Folge komplexer Konflikte
Konfliktanalyse und Konflikttrans- formation, eigene Anteile einbeziehen |
| Wie wird das Problem bearbeitet?
Handlungsansätze sind |
mit Selbstschutz (Abschreckung, Drohung, Gewalt)
Abschottung, Sicherheitsstrukturen, Drohung, Einsatz von Gewaltmitteln |
durch kooperative Konfliktbearbei-
tung Deeskalation, Schutzmaßnahmen für Opfer, gewaltfreie Dialoge |
| Wodurch wird eigenes Handeln gerechtfertigt?
Rechtfertigung führt zu |
mit dem Vorrang eigener Interessen
Relativierung eigenen Handelns, Anpassung von Normen an eigene Interessen |
mit der Universalität von Menschen-rechten und Völkerrecht
Hinterfragung eigener Interessen und ihrer Veränderung im Sinne globaler Normen |
| Wie wird auf Scheitern und Misserfolg reagiert?
Handlungsfolge ist |
mit Selbstbestätigung, ohne Selbstkritik
Verschärfung der bisher eingesetzten Mittel oder Rückzug in Passivität |
mit offener, kritischer Reflexion
Einräumung von Fehlern bzw. Problemen, Suche nach gewaltfreien Alternativen |
Quelle: Flyer „Friedenslogik weiterdenken“, Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, 2019
Es ist Zeit für Menschlichkeit und Inklusion. Das heißt, sich von der Forderung nach der Diskriminierung Andersdenkender zu verabschieden, Feindbilder zu überwinden und den Kampf um die Verwirklichung einer humanen und friedlichen Gesellschaft aufzunehmen. Dazu gehören die Überwindung des derzeitigen Corona-Regimes und die Wiederherstellung der Demokratie.
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