Leserbrief zum Bericht über die Ablehnung der Förderung des Theaterstücks „Roreo und Juguretta“ durch den Kulturausschuss der Stadt Siegen
„Roreo und Jugaretta“ ist ein Theaterstük, in dem die Rollen nicht von Menschen, sondern von Lebensmitteln übernommen werden. Einer der immer und zu allem etwas sagen muss, wird beispielsweise als Senftube dargestellt usw.
Ist denn keine/r mehr bei Verstand im Kulturausschuss? Kein Kulturausschussmitglied will das außergewöhnliche Theaterprojekt, eine aktuelle Bearbeitung des zeitlos-kritischen Gesellschaftsdramas „Romeo und Julia“ von Shakespeare, unterstützen. Wie Kultur feindlich und Welt fremd ist das denn?
Die GRÜNEN-Vertreterin im Kulturausschuss bejammert, dass ihre Partei nur noch die Konzerne fördert, keine Sozialpolitik mehr betreibt und stattdessen die Ärmsten der Armen an die Almosen der Tafeln verweist. Aber die Theatermacher nehmen die Lebensmittel, die sie für die Theateraufführungen brauchen, doch gar nicht den Tafeln weg, sondern kaufen und bezahlen sie im Supermarkt.
Der Volt-Vertreter im Kulturausschuss hält mal wieder Kindererziehung für Kulturpolitik. „Mit dem Essen spielt man nicht“, stößt er voller Empörung hervor. Er hat wohl vergessen, dass der Spruch aus der Not geboren ist, wenn kaum mehr alle in der Familie satt zu kriegen sind. Heute wieder eine bittere Realität. Nicht zuletzt auf Grund der EU-Sanktionen gegen Russland und der Spekulationsgeschäfte mit Lebensmitteln.
Letztlich verwundert es den kritischen Betrachter der Siegener Kulturszene nicht, dass die GRÜNE und die VOLT Partei die deutsche Kriegsbeteiligung in der Ukraine begrüßen. Wie viele Senftuben muss man ausdrücken, bis ein armes Würstchen daran stirbt?
Bernhard Nolz, Kölner Str. 11, 57072 Siegen, 0171 8993637, nolzpopp@web.de
Hinterlasse einen Kommentar
Schreib Bernhard Nolz eine Nachricht – sie geht direkt per E-Mail an ihn.