Archiv: Februar 2022

Olympischer Frieden – ein Fremdwort?

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Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden (PPF) und das Siegener Zentrum für Friedenskultur zu den Olympischen Spielen 2022 in Beijing

Olympischer Frieden – ein Fremdwort?

Jedes Schulkind kennt die Geschichte der Olympischen Spiele der Neuzeit, ihre antiken griechischen Vorläufer und Pierre Baron de Coubertin, der die Olympischen Spiele wiederbelebt hat. Coubertin war Pädagoge und Pazifist und begeisterte die Welt mit der Idee von den Olympischen Spielen, auf denen die Jugend zu sportlichen Wettkämpfen zusammen kommt und zur Völkerverständigung beitragen und dem Weltfrieden dienen würde.

Die Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden halten an Coubertins Idee fest und kritisieren die westlichen Regierungen, die sich zu einem diplomatischen Boykott der Winterspiele in Beijing entschlossen haben. Auf diese Weise wird den Sportlerinnen und Sportlern die nötige politische Unterstützung entzogen. Ganz abgesehen davon, dass die Politiker:innen die Chance ungenutzt lassen, ihren Aufenthalt in Beijing mit informellen Friedensgesprächen mit den Gastgeber:innen und anderen ausländischen Gästen zu verbinden.

Wir wissen, wovon wir sprechen“, erklärt PPF-Sprecher Bernhard Nolz. „In den 1980/90-er Jahren haben die Friedenspädagog:innen etliche internationale Friedenspädagogik-Kongresse mit organisiert, vom Erfahrungsaustausch profitiert und neue Freunde gefunden. Die olympischen Sportler:innen machen z.Z. in China die gleichen Erfahrungen. Die deutschen Politiker:innen aber sind am Frieden nicht interessiert, sondern schüren die Konflikte mit Boykott, Kriegsrhetorik und Sanktionen. Von olympischem Frieden keine Spur!“

Kontakt: Bernhard Nolz, Aachener Friedenspreisträger, 0171 8993637, nolzpopp@web.de

Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

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Ich trug den gelben Stern“

Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (27. Januar) erinnert das Zentrum für Friedenskultur (ZFK) an die jüdische Schriftstellerin Inge Deutschkron, die den Holocaust überlebte und in diesem Jahr 100 Jahre alt wird. Ihre (Über-) Lebensgeschichte hat sie im Buch „Ich trug den gelben Stern“ aufgeschrieben.

Ihre Eltern waren Sozialdemokraten und haben sie ohne eine Bindung zum Judentum erzogen. So versteht sie als Kind und Jugendliche nicht, was an ihr anders sein soll als an ihren arischen Mitschülerinnen. Warum ihr Vater 1933 als Lehrer entlassen wird, warum sie 1939 als 16-Jährige vom Gymnasium geworfen wird und warum jeder Jude über 15 Jahre eine Kennkarte mit einem gelben „J“ bei sich führen muss. 1941 wird gesetzlich verordnet, dass alle Juden innerhalb und außerhalb der Wohnung einen gelben Stern zu tragen haben.

Inge Deutschkron wird zur Fabrikarbeit gezwungen, muss auch bei der Arbeit einen gelben Stern tragen und sich in den Arbeitspausen mit ihren jüdischen Kolleginnen in einen gesonderten Raum begeben, in dem es keine Sitzmöglichkeiten gibt. Sie kann die unmenschlichen Arbeitsbedingungen nicht ertragen und fügt sich eine Selbstverletzung zu. Schließlich findet sie über eine jüdische Hilfsorganisation eine Beschäftigung in der Blindenwerkstatt von Otto Weidt.

1943 gehen Inge Deutschkron und ihre Mutter in den Untergrund und werden von verschiedenen nichtjüdischen Familien bis Kriegsende versteckt. 1946 gelangen sie nach England, wohin Inges Vater kurz vor Beginn des 2. Weltkrieges unter dramatischen Umständen flüchten konnte.

Mit der Gründung des Vereins „Blindes Vertrauen“ und dem Buch „Papa Weidt: Er bot den Nazis die Stirn“ hat Inge Deutschkron später den „stillen Helden“, wie sie die Überlebens-Helferinnen und Helfer aus der Zeit des Nationalsozialismus nennt, ein Denkmal gesetzt. Vor allem für Otto Weidt, der vielen Juden das Leben gerettet hat, indem er sie in der Blindenwerkstatt beschäftigt und dort und anderswo versteckt hat.

Daran erinnert das „Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt“, dass 2005 in Berlin eröffnet wurde und z.Z. gesetzlich gezwungen ist, nicht geimpfte Menschen vom Besuch der Gedenkstätte auszuschließen. Wenn wir uns dem Schicksal und der Botschaft Inge Deutschkrons bewusst werden, finden wir Mittel und Wege, uns mit den Corona-Ausgegrenzten zu solidarisieren.

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