Archiv: Dezember 2018

Friedenspolitische Forderungen zum Jahreswechsel 2018/19

0 AntwortenFriedenspolitische Forderungen zum Jahreswechsel 2018/19

Liebe Freundinnen und Freunde des Friedens,

kurz vor Weihnachten hat uns Christine Schweitzer über eine Initiative des Bundes für Soziale Verteidigung (BSV) informiert, in der es darum geht, dazu beizutragen, dass ein Einmarsch türkischer Truppen in die kurdischen Gebiete Syriens verhindert wird.

So unterstützenswert diese Initiative ist, so kann sie nach Ansicht der Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden (PPF) nicht den Schwerpunkt der Aktivitäten der deutschen Friedensbewegung zum Jahreswechsel 2018/19 bilden.

Was wir vielmehr als Friedensbewegung von der Bundesregierung einfordern müssen, ist, dass sie den von US-Präsident Trump angekündigten vollständigen Truppenabzug aus Syrien zu einer breit aufgestellten Friedensinitiative nutzt, für die sie auch ihre EU- und NATO-Bündnispartner gewinnt und sich mit Russland abstimmt.

Eine entsprechende Friedensinitiative können wir von der Bundesregierung erwarten, die ja ab 2019 im UN-Sicherheitsrat als nichtständiges Mitglied vertreten sein wird. Wie wichtig die Beeinflussung der Bundesregierung ist, damit sie zu einer friedenspolitisch akzeptablen Position findet, erkennen wir einerseits an ihren hektischen und irrationalen Reaktionen auf die Trump’sche Rückzugsankündigung. Zum Anderen haben wir noch die Äußerung von Bundeskanzlerin Merkel im Ohr, die just, als Deutschland in den UN-Sicherheitsrat gewählt werden wollte, die Ansicht vertrat, dass der Völkerrechts-widrige Militärschlag der USA, Frankreichs und Großbritanniens gegen Syrien „nachvollziehbar und angemessen“ gewesen sei.

Man sieht, dass die Friedensbewegung gar nicht schnell genug hinterher kommt mit der Aufklärung über Völker- und Menschen-rechtliche Sachverhalte, die es im Dienste des Friedens in der Welt durch zu setzen gilt.

Zum angekündigten Abzug von US-Truppen aus Afghanistan fordert die die Friedensbewegung die Bundesregierung auf, nun ihrerseits die Bundeswehr unverzüglich und vollständig aus Afghanistan abzuziehen und sich an Friedensbemühungen zu beteiligen. Auch hier wäre eine deutsch-russische Friedensinitiative hilfreich, damit das Land, deren Menschen unter einem Jahrzehnte-langem Krieg zu leiden haben, endlich eine Aussicht auf Frieden bekommt. Die sieht Kriegsministerin von der Leyen überhaupt nicht, weil sie doch die US-Krieger*innen so „hoch engagiert“ erst kürzlich in Afghanistan habe kennen lernen können.

Bei so viel Kriegsbereitschaft der verantwortlichen deutschen Politiker*innen geht es außerdem noch friedenspolitisch darum, auf die Medienberichte über einen Abzug von US-Truppen aus Deutschland zu reagieren. Da muss die Friedensbewegung die Bundesregierung nun zum wiederholten Male auffordern, endlich das Stationierungsstatut für den Aufenthalt von US-amerikanischen Truppen in Deutschland sofort zu kündigen, damit Deutschland 2020 Besatzungs- und Atomwaffen-frei da stehen kann.

Die Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden (PPF) bitten Euch, diese Friedensinitiative zu unterstützen.

Bernhard Nolz

Sprecher der Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden (PPF), Aachener Friedenspreisträger, Träger des Preises für Zivilcourage der Solbach-Freise-Stiftung, Leiter des Siegener Zentrums für Friedenskultur und Vorsitzender der Gesellschaft für Friedenserziehung e.V.

Gegen Rassismus und Krieg – für Frieden und Toleranz

0 AntwortenGegen Rassismus und Krieg – für Frieden und Toleranz

Aufruf des Zentrums für Friedenskultur (ZFK) zum 16.12.2018

Zum Tag des Gedenkens an die Zerstörung Siegens am
16. Dezember 1944

Das Gedenken an die Zerstörung Siegens im 2. Weltkrieg hat eine lange Tradition. Der Beginn der offiziellen Gedenkfeiern lässt sich auf das Jahr 1950 zurück führen. Demonstrationen und Kundgebungen, Veranstaltungen und Aktionen der Siegerländer Friedensbewegung begannen 1981 und werden bis heute fortgeführt.

Wir erheben unsere Stimme gegen Ausländerhass und Fremdenfeindlichkeit und verurteilen die Abschottungspolitik der EU gegenüber den Flüchtlingen, die aus den Kriegsgebieten in Afrika, im Nahen Osten und in Afghanistan fliehen. Neben dem Klimawandel und dem Landraub sind die von den NATO-Staaten geführten Kriege die Hauptursache für die Fluchtbewegungen. Deshalb fordern wir ein sofortiges Ende der Auslandseinsätze der Bundeswehr und der Rüstungsexporte sowie die Rückkehr der deutschen Politik zum Völkerrecht.

Für uns ist es unerträglich, dass die EU-Staaten Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken lassen oder sie in die nordafrikanischen Flüchtlingslager und Elendsquartiere zurück transportieren.

Unsere Solidarität gilt den Flüchtlingen sowie den Helfer*innen auf den Rettungsschiffen; deshalb unterstützen wir die „Aktion Seebrücke“.

Darüber hinaus fordern wir die Stadt Siegen auf, Mitglied im Städtebündnis „Stadt der Zuflucht“ zu werden, weil wir darauf bauen, dass Flüchtlinge und Migrant*innen von der Bevölkerung Siegens willkommen geheißen werden. Grundlagen für diese Haltung sind weltanschauliche Toleranz und der Respekt vor der Würde des Anderen. Diese Werte verteidigen wir gegen rechtspopulistische Parolen, gegen Gewalt gegenüber Andersdenkenden und gegen nationalistische Hetze. Gleichzeitig fordern wir, die staatlichen Verstrickungen in die rechtsextremistische Gewalt- und Mordszene umgehend und endgültig zu beenden.

Für den inneren Frieden und ein respektvolles Miteinander ist es entscheidend, dass alle Menschen in sozialer Sicherheit und fürsorglicher Gemeinschaft leben können. Dazu müssen als erstes Armut, prekäre Arbeitsverhältnisse und Sanktionen gegen Bezieher*innen von sozialer Grundsicherung überwunden werden.

Es trägt nach unserer Ansicht zum sozialen Frieden bei, wenn schrittweise alle Bereiche der Daseinsvorsorge gemeinschaftlich organisiert (z.B. in Sozialgenossenschaften) und größtenteils kostenlos angeboten werden. Dies sollte die Energie- und Wasserversorgung, die Abwasser- und Müllentsorgung, die Telekommunikation, den Nahverkehr, die Wohnungswirtschaft sowie die Bildungs-, Kultur- und Gesundheitsbereiche umfassen.

Wir halten an der Vision von einer friedlichen und gerechten Welt fest und setzen uns ein für gewaltfreie Konfliktlösungen, für Völkerfreundschaft und für wirtschaftliche und kulturelle Kooperationen auf Augenhöhe. Wir alle brauchen den Frieden zum Leben! Nieder mit dem Krieg!

Lesung am 15.12.18: Texte zum Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648)

0 AntwortenLesung am 15.12.18: Texte zum Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648)

Am Vortag des Siegener Gedenktages

NIEDER MIT DEM KRIEG!

Texte zum Dreißigjährigen Krieg

(1618 – 1648)

Lesung am Samstag, 15. Dezember 2018

um 15.00 Uhr

Zentrum für Friedenskultur (ZFK)

Kölner Str. 11 • Siegen-Oberstadt

Im Gedenken an die Opfer der Kriege:

NIEDER MIT DEM KRIEG!

In Erinnerung an Wolfgang Popp.

Es werden Texte vorgelesen aus dem von Wolfgang Popp heraus gegebenen „Lesebuch Dreißigjähriger Krieg. I: Eine Textsammlung aus der Barockliteratur, II: Literarische Texte von 1791 bis 1998“.

Siegbärt. Der Berliner Bär aus Siegen. Bewegende Worte in den Mund gelegt. Nr. 2

0 AntwortenSiegbärt. Der Berliner Bär aus Siegen. Bewegende Worte in den Mund gelegt. Nr. 2

Siegbärt ● Der Berliner Bär aus Siegen

Bewegende Worte in den Mund gelegt von Bernhard Nolz

Nr. 2 ● Dezember 2018

Liebe Freundinnen und Freunde!

Eigentlich wollte ich euch bereits am 3. Oktober, dem Tag der deutschen Einheit, ansprechen, bin ich doch das bekannteste Symbol für den Einheits- und Friedenswillen des deutschen Volkes, das nach der Ursprungsfassung des Grundgesetzes aufgefordert war, „in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands zu vollenden.“

Mit der Freiheit für mich war es in Siegen am 3. Oktober 2018 nicht weit her. Mitarbeiter der Stadt hatten mich schon lange vorher mit Metallgitterzäunen umstellt, so dass ich mich in einem Käfig befand, hinter Gittern wie ein Flüchtling.

Ich, das Symbol für Einheit und Freiheit, am Tag der Einheit hinter Gittern! Eine unwürdige Situation, in die mich die Stadt Siegen gebracht hatte. Ich ahnte nicht, dass ich mich – nachdem die Zäune irgendwann im Oktober entfernt worden waren – wenige Wochen später eingeklemmt zwischen Mauern und Weihnachtsmarktbuden wiederfinden würde. Ohne Kontakt zu den vorbei gehenden Oberstadtbesucher*innen, die mir sonst manch aufmunternden Blick zuwarfen, mich zu einem Erinnerungsfoto umarmten oder mich einfach nur zärtlich streichelten und mir etwas zuflüsterten. Nun aber friste ich mein einsames Leben hinter den Fassaden des Kommerz.

Und wieder naht der 16.12., Siegens Friedensgedenktag mit seiner Mahnung vor Krieg, Hass und Gewalt, den die Offiziellen der Stadt in diesem Jahr offenbar ohne mich begehen wollen.

Heute nun kam die Rettung in Form einer Delegation aus dem Zentrum für Friedenskultur (ZFK) und dem Dunkelcafé, dem Siegener Lernort für Inklusion.

Wir wollen dich in unsere Friedensarbeit zum 16.12. einbeziehen“, sagten sie zu mir. „Inklusion gilt für alle!“ Und sie fragten, wer wohl sonst außer mir über eine solch reiche Lebenserfahrung verfüge und die verborgenen Wünsche der Menschen kenne.

Gemeinsam erarbeiteten wir den Aufruf „Gegen Rassismus und Krieg – für Frieden und Toleranz“, den ich Euch hier vorstelle:

Aufruf zum Tag des Gedenkens an die Zerstörung Siegens am 16. Dezember 1944

Bürgerinnen und Bürger! Das Gedenken an die Zerstörung Siegens im 2. Weltkrieg hat eine lange Tradition. Der Beginn der offiziellen Gedenkfeiern lässt sich auf das Jahr 1950 zurück führen. Demonstrationen und Kundgebungen, Veranstaltungen und Aktionen der Siegerländer Friedensbewegung begannen 1981 und werden bis heute fortgeführt.

Wir erheben unsere Stimme gegen Ausländerhass und Fremdenfeindlichkeit und verurteilen die Abschottungspolitik der EU gegenüber den Flüchtlingen, die aus den Kriegsgebieten in Afrika, im Nahen Osten und in Afghanistan fliehen. Neben dem Klimawandel und dem Landraub sind die von den NATO-Staaten geführten Kriege die Hauptursache für die Fluchtbewegungen. Deshalb fordern wir ein sofortiges Ende der Auslandseinsätze der Bundeswehr und der Rüstungsexporte sowie die Rückkehr der deutschen Politik zum Völkerrecht.

Für uns ist es unerträglich, dass die EU-Staaten Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken lassen oder sie in die nordafrikanischen Flüchtlingslager und Elendsquartiere zurück transportieren.

Unsere Solidarität gilt den Flüchtlingen sowie den Helfer*innen auf den Rettungsschiffen; deshalb unterstützen wir die „Aktion Seebrücke“.

Darüber hinaus fordern wir die Stadt Siegen auf, Mitglied im Städtebündnis „Stadt der Zuflucht“ zu werden, weil wir darauf bauen, dass Flüchtlinge und Migrant*innen von der Bevölkerung Siegens willkommen geheißen werden. Grundlagen für diese Haltung sind weltanschauliche Toleranz und der Respekt vor der Würde des Anderen. Diese Werte verteidigen wir gegen rechtspopulistische Parolen, gegen Gewalt gegenüber Andersdenkenden und gegen nationalistische Hetze. Gleichzeitig fordern wir, die staatlichen Verstrickungen in die rechtsextremistische Gewalt- und Mordszene umgehend und endgültig zu beenden.

Für den inneren Frieden und ein respektvolles Miteinander ist es entscheidend, dass alle Menschen in sozialer Sicherheit und fürsorglicher Gemeinschaft leben können. Dazu müssen als erstes Armut, prekäre Arbeitsverhältnisse und Sanktionen gegen Bezieher*innen von sozialer Grundsicherung überwunden werden.

Es trägt nach unserer Ansicht zum sozialen Frieden bei, wenn schrittweise alle Bereiche der Daseinsvorsorge gemeinschaftlich organisiert (z.B. in Sozialgenossenschaften) und größtenteils kostenlos angeboten werden. Dies sollte die Energie- und Wasserversorgung, die Abwasser- und Müllentsorgung, die Telekommunikation, den Nahverkehr, die Wohnungswirtschaft sowie die Bildungs-, Kultur- und Gesundheitsbereiche umfassen.

Wir halten an der Vision von einer friedlichen und gerechten Welt fest und setzen uns ein für gewaltfreie Konfliktlösungen, für Völkerfreundschaft und für wirtschaftliche und kulturelle Kooperationen auf Augenhöhe. Wir alle brauchen den Frieden zum Leben! Nieder mit dem Krieg!

Ich kann mir gut vorstellen, dass viele von Euch – gerade in der Vorweihnachtszeit bzw. zum Jahresende – diesen Aufruf „Gegen Rassismus und Krieg – für Frieden und Toleranz“ unterstützen. Für mich kommt in ihm all das zum Ausdruck, was ich mir für die Zukunft wünsche. Als Berliner Bär weiß ich nur zu gut, dass ohne Frieden alles nichts ist. Lasst uns gemeinsam und gewaltfrei für den Frieden kämpfen.

In diesem Sinne noch eine freudige Nachricht: Von der AG Siegerländer Friedensbewegung wurde mir die Schirmherrschaft für die folgende Veranstaltung am 15. Dezember angetragen, zu der ich Euch ganz herzlich einlade.

Herzlich grüßt Siegbärt.

Am Vortag des Siegener Gedenktages

NIEDER MIT DEM KRIEG!

Texte zum Dreißigjährigen Krieg

(1618 – 1648)

Lesung am Samstag, 15. Dezember 2018

um 15.00 Uhr

Zentrum für Friedenskultur (ZFK)

Kölner Str. 11 Siegen-Oberstadt

Im Gedenken an die Opfer der Kriege:

NIEDER MIT DEM KRIEG!

Unter der Schirmherrschaft des Berliner Bären Siegbärt und in Erinnerung an Wolfgang Popp.

Es werden Texte vorgelesen aus dem von Wolfgang Popp heraus gegebenen „Lesebuch Dreißigjähriger Krieg. I: Eine Textsammlung aus der Barockliteratur,

II: Literarische Texte von 1791 bis 1998“.

Hinterlasse einen Kommentar

Schreib Bernhard Nolz eine Nachricht – sie geht direkt per E-Mail an ihn.