Archiv: März 2022

Die Gefahr eines Atomkriegs nicht unterschätzen!

0 AntwortenDie Gefahr eines Atomkriegs nicht unterschätzen!

Die Gefahr eines Atomkriegs nicht unterschätzen!

von Hans Wenzl

Unter den Nachrichten und Bildern des schrecklichen Krieges in der Ukraine geraten der Beginn und die Gründe dieses Krieges aus dem Blickfeld. Genau darauf aber wird es ankommen, wenn wir einen Beitrag zu einer Beendigung dieses Krieges leisten wollen.

Die Aufstellung von Mittelstreckenraketen in der Ukraine – nur wenige hundert Kilometer von Moskau entfernt – würde für Russland eine unmittelbare Bedrohung darstellen, vergleichbar der Kubakrise für die USA. Eine Mitgliedschaft der Ukraine in der NATO wurde von Selenskyj dringend gewünscht und von Seiten der NATO nie definitiv und glaubhaft ausgeschlossen. Im Zwei-plus-Vier-Vertrag wurde festgelegt, dass eine Osterweiterung der NATO nicht stattfinden sollte. Durchgeführt wurde das Gegenteil.

Die Gefahr eines Weltkriegs unter Einsatz von Atomwaffen wird offensichtlich weiter unterschätzt. Stattdessen wird über eine Flugverbotszone – was absolut lebensgefährlich wäre – und eine noch weitere Verschärfung der Sanktionen gegen Russland diskutiert. Einem Machtanspruch Russlands steht ein Machtanspruch der NATO gegenüber.

Friedensverhandlungen müssen zwischen Russland und der Ukraine stattfinden. Es darf aber nicht übersehen werden, dass Europa dafür eine Mitverantwortung trägt, zugleich aber auch seine eigene Existenz auf dem Spiel steht. Die Zugehörigkeit der Krim zur Ukraine – formaljuristisch richtig, aber historisch und militärpolitisch fragwürdig – wurde de facto schon vor Jahren aufgegeben. Bezüglich der Zukunft der Ostprovinzen könnte unter der Verantwortung von UN und OSZE von der dortigen Bevölkerung abgestimmt werden. Es ist eine Existenzfrage für uns alle, eine realistische Friedensordnung für Europa zu finden, zu dem Russland ebenso gehört wie die Ukraine. Notwendig wäre eine neutrale Zone, Reduktion von Rüstung und Militärpräsenz auf beiden Seiten statt ihrer Potenzierung. Das betrifft auch die vorgesehene Ausgabe von zusätzlichen 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr.

Frieden zu schließen scheint allerdings fast unmöglich für Gegner, die voneinander den totalen Rückzug ihrer Truppen bzw. die absolute Kapitulation fordern. Fast unmöglich angesichts des aktuellen verbrecherischen Krieges wie angesichts der völligen Verleugnung früherer eigener Kriegsverbrechen und Angriffskriege wie in Irak oder Vietnam. Fast unmöglich aber absolut notwendig.

Hans Wenzl ist seit Jahrzehnten in der Siegerländer Friedensbewegung aktiv.

Friedensfahnen in Siegen

0 AntwortenFriedensfahnen in Siegen

Pressemitteilung

Friedensverhandlungen sofort!

Das Siegener Zentrum für Friedenskultur (ZFK) hat am Haus in der Kölner Straße, in dem sich die Büroräume des ZFK befinden, drei Friedensfahnen mit Friedenstauben positioniert.

ZFK-Leiter Bernhard Nolz: „Wir verstehen die Friedensfahnen als Protest gegen die Kriegshandlungen in der Ukraine und als Aufforderung an alle Kriegsbeteiligten, unverzüglich zu Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden zusammen zu kommen.“

Das ZFK wendet sich mit dem Friedensappell in erster Linie an Russland und die Ukraine, aber auch an die anderen Beteiligten, an die USA und die weiteren NATO-Staaten sowie an die Staaten der EU.

Sie alle sind aufgefordert, ihren Teil zum Frieden in Europa und zur Deeskalation des Konflikts beizutragen. Das kann gelingen, wenn alle Staaten ihre diplomatischen Bemühungen im Dienste des Friedens ausweiten und militärische Drohungen und wirtschaftliche Sanktionen unterlassen. Umfassende Abrüstung und Truppenabbau sind die notwendigen Maßnahmen der praktischen Vernunft, um die Konfliktpotentiale zu verringern und sich gegenseitig zu respektieren.

Bernhard Nolz: „Insbesondere von der deutschen Bundesregierung erwarten wir, dass sie nicht durch Waffenlieferungen zur Kriegspartei wird. Das wäre politisch verheerend und moralisch verwerflich. Das Friedensgebot der UN-Charta gilt uneingeschränkt. Für diesen Hinweis hat die Friedensbewegung allen Grund, denn die Opfer der illegalen Kriege der NATO-Staaten, z.B. in Serbien, Afghanistan, Irak, Libyen und Syrien, sind nicht vergessen.“

Das Siegener Zentrum für Friedenskultur sendet seine Friedensbotschaft in alle Welt und wird dabei von den Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden (PPF) unterstützt, die mit dem ZFK eine Bürogemeinschaft bilden.

Das Zentrum für Friedenskultur (ZFK) wurde im Jahr 2000, dem UN-Jahr für eine Kultur des Friedens, von Wolfgang Popp und Bernhard Nolz gegründet. Von 2001–2010 hat das ZFK seine Arbeit in den Dienst der „Internationalen Dekade für eine Kultur der Gewaltfreiheit und des Friedens für die Kinder der Welt“ gestellt und bis heute fortgesetzt.

Bernhard Nolz ist Friedenspädagoge, Lehrer i.R., ZFK-Leiter und PPF-Sprecher. Er wurde 2002 mit dem Aachener Friedenspreis und dem Preis für Zivilcourage der Solbach-Freise-Stiftung ausgezeichnet. Er bewegt sich in kommunalen Bildungslandschaften und setzt sich als Stiftungsratsvorsitzender der August-von-Platen-Stiftung der Universität Siegen für sozialen Frieden und für Geschlechtergerechtigkeit ein.

0171 8993637, nolzpopp@web.de www.friedenspaedagogen.de

Hinterlasse einen Kommentar

Schreib Bernhard Nolz eine Nachricht – sie geht direkt per E-Mail an ihn.