Pressemitteilung der Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden und des Siegener Zentrums für Friedenskultur zum Schülerstreik gegen die Wehrpflicht am 5. März 2026, verfasst von Bernhard Nolz, 01718993637, nolzpopp@web.de
Verwirrspiel mit der Wehrpflicht
Die Schülerinnen und Schüler tun gut daran, gegen die neue Wehrpflicht zu streiken und gegen die Kriegsvorbereitungen zu protestieren. Vor allem der so genannte freiwillige Wehrdienst ist eine große Mogelpackung.
Denn schon seit 50 Jahren können Männer und Frauen zum freiwilligen Dienst in die Bundeswehr als Zeitsoldat:in eintreten.
Worum geht es dann beim neuen „freiwilligen Zwangsdienst“ der Bundeswehr? Der Zwang fängt (für die Männer) mit der Pflicht zum Ausfüllen eines Fragebogens an.
Das heißt: Es geht der Bundeswehr um die Daten.
Mit ihrer Hilfe kann über jeden Wehrpflichtigen ein Profil seiner Kriegstauglichkeit erstellt werden. Im Kriegsfall können die Wehrpflichtigen ganz gezielt – entsprechend ihrer beruflichen Fähigkeiten, Freizeitaktivitäten und militärischen Interessen – zum Kriegsdienst einberufen und den passenden Einheiten zugeordnet werden.
Im Rahmen der NATO ist die deutsche Kriegsvorbereitung weit voran geschritten. Nach eigener Aussage bereitet die Bundesregierung sich auf einen Krieg für die Jahre 2029/30 vor. In drei Jahren kann man keine schlagkräftige Wehrpflichtarmee aufbauen.
Deshalb müssen sich wehrpflichtige Männer darauf gefasst machen, dass sie in einem Krieg als „Kanonenfutter verheizt“ werden. Um dem zu entgehen, können sie von ihrem Recht auf Kriegsdienstverweigerung Gebrauch machen. Die endlosen Reihen von Soldatengräbern auf den ukrainischen Friedhöfen veranschaulichen das grausame Los wehrpflichtiger Männer im Krieg.
Die Daten der Wehrpflichtigen werden auch für einen anderen Zweck benötigt: Politiker:innen von Regierung und Opposition liebäugeln mit einer Neuauflage des Ausnahmezustandes aus Corona-Zeiten. Dieses Mal würde der „Spannungsfall“, eine Vorstufe des Kriegszustandes, ausgerufen. Dann können alle Bürgerinnen und Bürger zu Verteidigungsmaßnahmen oder zur Aufrechterhaltung kriegswirtschaftlicher Produktion zwangsverpflichtet werden. Mit den Daten lassen sich die Kriegsvorbereitungen besser planen.
Deshalb: NEIN zum Krieg! Nein zur Wehrpflicht!
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