Kategorie: literaturcafe

„Hey Siri, wer ist deine Mutter?“

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Hey Siri, wer ist deine Mutter?“

Verleihung des Wolfgang-Popp-Preises für Geschlechterforschung

Das Zentrum für Gender Studies (Gestu_S) der Universität Siegen hat am 26. Juni 2025 den Wolfgang-Popp-Preis für Geschlechterforschung 2024 verliehen.

Dr. Uta Fenske, Gestu_S-Koordinatorin, übergab die Preisurkunde mit dem Preisgeld an die Studentin Ylva Staudigel für ihre Masterarbeit mit dem Kurztitel „Hey Siri, wer ist deine Mutter?“ *

Darin beschäftigt sich die Preisträgerin mit der Frage, durch welche geschlechtlichen Zuschreibungen die verschiedenen Medientechniken seit den 1960-er Jahren gekennzeichnet sind. Die Antwort geben nicht nur die Sprachassistenten Siri und Alexa, die über weibliche Namen und Stimmen verfügen. Auch Geldautomaten, Schreibmaschinen und Navigationsgeräte wurden und werden als „frauliche Hilfskräfte“ angepriesen. Nach diesem Muster tragen auch die modernen Sprachtechnologien zur Verfestigung des Bildes von der weiblichen Dienstbarkeit bei, was gesellschaftliche Veränderungen herausfordert.

Daran knüpfte Stiftungsrat Bernhard Nolz an und überbrachte Ylva Staudigel die Glückwünsche der August-von-Platen-Stiftung, die den Wolfgang-Popp-Preis finanziell fördert. Bernhard Nolz berichtete, dass die Lektüre der preisgekrönten Arbeit für ihn sehr spannend gewesen sei, weil er seine Beziehungen zu den damaligen technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen habe noch einmal nachvollziehen können.

Zur Überraschung der vorwiegend studentischen Zuhörerschaft präsentierte er ein gemeinsam mit seinem Partner Wolfgang Popp genutztes Navigationsgerät aus den 1990-er Jahren, nicht viel größer als eine Zigarettenschachtel, und ließ von einem alten Handdiktiergerät die verzerrte Stimme von Prof. Dr. Wolfgang Popp ertönen, der mehr als zwei Jahrzehnte lang alle seine wissenschaftlichen Texte seiner Sekretärin zum Verschriftlichen auf Kassette gesprochen hatte.

Die Preisverleihung wurde im Rahmen der Ringvorlesung des Gestu_S durchgeführt. Dr. Finja Walsdorff, Wolfgang-Popp-Preisträgerin von 2019, hielt einen spannenden Vortrag zum Thema: „Wer spielt wie? Gender und Diversität in Games und in der Spielkultur“, den die Referentin mit Bildern von Spielfiguren und -situationen visualisierte.

Die Nachmittagsveranstaltung in der Universität Siegen vermittelte den Teilnehmenden einen Eindruck von der kreativen Forschungsarbeit und den innovativen Fragestellungen, die im Rahmen der Gender Studies Siegen diskutiert werden.

* Der ganze Titel der Masterarbeit lautet: „Hey Siri, wer ist deine Mutter? Eine Imaginations- und Materialitätsgeschichte weiblich codierter Medientechnik von den 1960er Jahren bis in die Gegenwart.“

Gedicht: Zum achtsamen Mai

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Zum achtsamen Mai

Bernhard Nolz

Am achten Mai

vor achtzig Jahren

befreites Ende

von Faschismus und Krieg

2025 am 8. Mai

treten die Regierenden

zur Kapitulation

vors Volk

Bevor der Krieg endet

muss er ordentlich begonnen sein

Begründung ein Feindbild

Einübung von Gewalt

Nicht mit uns nirgendwo

die Jugend der Welt

vereint im Frieden

es wehrt sich die Pflicht

Wir sind Pazifisten

Wir lieben das Leben

Wir achten die Andern

Wir ächten den Krieg

Mit friedlichen Mitteln

der Wahrheit der Mut

selbst kooperativ bewusst

ewiger Frieden ab Mai

8. Mai 2025 – Tag der Erziehung zum Frieden

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Bernhard Nolz, Zentrum für Friedenskultur Siegen

8. Mai 2025 – Tag der Erziehung zum Frieden

Mit Deutschlands Kapitulation am 8. Mai 1945 war der 2. Weltkrieg in Europa beendet. Die Siegermächte (USA, Sowjetunion, Großbritannien, Frankreich) haben Deutschland 1945 nicht von Faschismus und Krieg befreit, damit die Bundesregierungen die Deutschen 80 Jahre später in einen Krieg gegen Russland führen können.

Schon Kinder und Jugendliche wissen: Krieg ist keine Lösung! Kinder und Erwachsene trotzdem zur Kriegstauglichkeit erziehen zu wollen, verstößt gegen das Grundgesetz und gegen die Schulgesetze der Länder.

„Bildung und Erziehung kennen keine Feinde“, sagt Bernhard Nolz, Friedenspädagoge aus Siegen. „Zu den Leitbildern des Bildungswesen gehören Menschlichkeit, Gewaltfreiheit und Kooperation. Das sind Friedensfähigkeiten, die in allen Bildungseinrichtungen – vom Kindergarten bis zur Universität – vermittelt werden. Daran darf sich nichts ändern.“

Dass auf Grundschulkinder in Sachen Frieden Verlass ist, zeigt eine kürzlich in Hessen durchgeführte Befragung: „Auch mehr Fremdsprachenunterricht fänden die Kinder toll. Sie sagen, dass sie die Herkunftssprachen ihrer Freunde mit ausländischen Wurzeln lernen wollen. Sie sind interessiert an den verschiedenen Kulturen.“ (Kindernachrichten der Siegener Zeitung vom 02.05.2025)

Friedenserziehung in diesem Sinne hat an vielen Siegener Schulen eine lange Tradition. In seinem literarisch-pazifistischen Magazin „Siegener Friedensorte“ geht Bernhard Nolz auf ein Beispiel an der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule ein, an der er vor 30 Jahren als Lehrer tätig war.

Der „Bericht von einer Schulbesetzung“ trägt die Überschrift „Mit Bertha gegen Tonis Abschiebung“ und endet folgendermaßen: „Einige Monate später wurde die Bertha-von-Suttner-Gesamtschule für die Hilfsaktion zugunsten von Toni und seiner Familie [geflüchtet aus Kroatien] vom Ausländerbeirat der Stadt Siegen ausgezeichnet.“

Im Magazin „Siegener Friedensorte“ kann diese Geschichte – und viele andere – nachgelesen werden. Bestellung des Magazins bei Bernhard Nolz per eMail (nopo270@gmail.com), 12,00 € + Versand.

Siegener Friedensorte. Ein literarisch-pazifistisches Magazin

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Siegener Friedensorte. Ein literarisch-pazifistisches Magazin

Im Dezember 2024 ist ein Sonderheft der Zeitschrift „et cetera ppf, im Verbund mit dem „Siegener Friedensboten“ erschienen.

Sein Titel: „Siegener Friedensorte. Ein literarisch-pazifistisches Magazin“, herausgegeben von Bernhard Nolz im Auftrag der Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden (PPF).

Im Heft werden 16 Siegener Friedensorte vorgestellt, ergänzt durch korrespondierende Texte und eine Vielzahl von Bildern.

Es umfasst 108 Seiten und kostet 12,00 € bei Abholung,
plus 3,00 € bei Versand.

Bestellung bei Bernhard Nolz
Kölner Str. 11
Siegen-Oberstadt,

Tel: 0171 8993637     eMail:  nopo270@gmail.com

 

 

 

Erinnern an Prof. Dr. Wolfgang Popp

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Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden

Erinnern an Prof. Dr. Wolfgang Popp

Drei Termine des Erinnerns an meinen 2017 verstorbenen Partner Wolfgang Popp standen Anfang Juni 2024 in Siegen für mich an.

Im Friedhofswald Siegen

Zunächst ein Besuch an seiner letzten Ruhestätte im Friedhofswald Siegen. Am 3. Juni wäre er 89 Jahre alt geworden.

Ich legte eine einzelne rosafarbene Rose an den Baum, obwohl ich weiß, dass das nicht gern gesehen wird. Dann setzte ich mich auf eine Bank und dachte an eine in der Zeitschrift „kultuRRevolution“ erschienene Besprechung zur Autobiografie Wolfgang Popps, die ich im letzten Jahr heraus gegeben hatte. Die Buchbesprechung, verfasst von Ulla Link-Heer und Jürgen Link, endet mit dem Satz: „Sein Leben bleibt das exemplarische Leben eines deutschen Intellektuellen, der aus der deutschen Geschichte gelernt hat.“

An der Universität Siegen

Am 6. Juni fand ich mich nachmittags in der Universität Siegen am Haardter Berg ein. Dort wurde von den Gender Studies Siegen (Gestu_S) der Wolfgang-Popp-Preis für Geschlechterforschung 2023 verliehen.

Geehrt wurde Lehramts-Studentin Chiara Weiß für ihre in Englisch verfasste Masterarbeit mit dem (übersetzten) Titel: „’Unnatürliche Hexen‘ oder eigensinnige Frauen? Neu-Bewertung von Goneril und Regan in King Lear“. Kurz gesagt, geht es in der Arbeit um eine neue Sichtweise auf zwei Frauen in Shakespeares Tragödie King Lear. Indem sie sich genauso wie die Männer verhalten, werden die beiden Frauen von der Gesellschaft als unnatürlich und eigenwillig angesehen und bleiben unverstanden.

In meinem Grußwort für die August-von-Platen-Stiftung der Universität Siegen, die die Preisverleihung unterstützt, brachte ich zum Ausdruck, dass Wolfgang Popp die preisgekrönte Arbeit besonders zu schätzen gewusst hätte. Als Professor für deutsche Sprache und Literatur bildete er 28 Jahre lang Lehramts-Studierende aus. Mit der Gründung des Forschungsbereiches Homosexualität und Literatur hat er im Bereich der Geschlechterforschung an der Universität Siegen Pionierarbeit geleistet.

Dass überkommene Rollenerwartungen und herkömmliche Familienbilder auch heute noch in der sozialen Arbeit mit Eltern von großer Bedeutung sind, hatte Michelle Buller zuvor in einem interessanten Vortrag gezeigt, mit dem die gut besuchte Veranstaltung eingeleitet worden war.

Im Kreishaus in Siegen

Die Eröffnung der Ausstellung „Rosa Winkel“ am 10. Juni im Kreishaus des Kreises Siegen-Wittgenstein wollte ich auf keinen Fall versäumen. Sie beschäftigt sich mit dem Schicksal homosexueller KZ-Häftlinge, die einen rosa Winkel als Erkennungszeichen trugen.

Die Wanderausstellung über homosexuell verfolgte Häftlinge in den Konzentrationslagern Buchenwald und Mittelbau-Dora wurde von Studierenden der Friedrich-Schiller-Universität Jena in Zusammenarbeit mit der Stiftung Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora erstellt.

Die Gedenkstättenarbeit war für Wolfgang Popp bei seinem Engagement in der Schwulenbewegung sowie in der Friedensbewegung ein wichtiges Anliegen.

In dem von Wolfgang Popp und mir herausgegebenen Band „Erinnerungsarbeit. Grundlage einer Kultur des Friedens“ (Münster 2000) geben wir unserer Überzeugung Ausdruck, dass eine aktive Erinnerungsarbeit eine notwendige Voraussetzung für Versöhnung ist.

Bei meiner Vorbereitung auf den Ausstellungsbesuch fand ich in einer Schwulen-Zeitschrift aus dem Jahr 1982 einen bemerkenswerten Satz von Wolfgang Popp, der auf das Schwulsein gemünzt war, aber zugleich einen deutlichen Hinweis darauf gibt, wie wir im Jahr 2024 den Frieden nach innen und nach außen finden können:

„Die Andersartigkeit akzeptieren heißt, wir müssen einander ernst nehmen in unserer unterschiedlichen Auffassung von der Welt.“

Bernhard Nolz

COOPERONA – Geschichten über kooperative Lebensweisen

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COOPERONA1

Geschichten über kooperative Lebensweisen

von Bernhard Nolz

Der Bürgermeister als Bäcker

In einem Zeitungsbericht las ich kürzlich, dass die Kleinstadt Wolframs-Eschenbach, im bayerischen Franken nahe Nürnberg gelegen, eine kommunale Stadtbäckerei mit Café betreibt, die vorher zwei Jahre leer gestanden hatte. In Deutschland gibt es über 300 Dorfläden, aber eine von der Kommune betriebene Bäckerei ist einmalig, passt aber vom Modell her zur Spalter Stadtbrauerei, die der Stadt Spalt seit 140 Jahren gehört. Spalt ist nur 10 km Luftlinie von Wolframs-Eschenbach entfernt.

Museum der etwas anderen Art

Bevor ich auf die wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Aspekte zurück komme, möchte ich bekunden, dass mein Herz an der Stadt Wolframs-Eschenbach hängt. Das hat zum Einen seinen Grund darin, dass mein verstorbener Partner Wolfgang Popp ganz in der Nähe, in Muhr am See, geboren wurde und wir viele wunderschöne Urlaube in Franken verbracht haben und dabei immer mal wieder Wolframs-Eschenbach besucht haben.

Zum Anderen beherbergt die Stadt das Wolfram von Eschenbach Museum, das dem mittelalterlichen Dichter Wolfram gewidmet ist, der den Beinamen von Eschenbach trug oder erhielt, obwohl nicht gesichert ist, dass er dort geboren ist. Witzig jedenfalls ist es, dass der Ort Obereschenbach 1917 nach dem Dichter in Wolframs-Eschenbach umbenannt wurde. So ähnlich wie die russische Stadt Nischni Nowgorod, die zu Sowjetzeiten (bis 1990) den Namen Gorki trug, nach dem dort geborenen Schriftsteller Maxim Gorki.

Im Museum hat mir besonders ein großer halbierter Globus imponiert. Er zeigt eine Karte vom damaligen Europa, in dessen Mittelpunkt Eschenbach eingezeichnet ist. Von dort sind Verbindungslinien zu Orten gezogen, an denen Wolfram sich aufgehalten hat. Andere bedeutende Städte gibt es auf der Karte nicht. Es entsteht ein völlig auf Wolfram bezogenes Bild von der Welt: eine faszinierende, in sich ruhende Vorstellung vom Weltengeschehen, das findet man in Wolframs-Eschenbach, möglicherweise auch im Gasthaus um die Ecke beim fränkischen Nationalgericht, dem Schäufele, einem Schweinebraten mit fränkischen Klößen, dazu einen Bocksbeutel (fränkischen Weißwein) oder Spalter Bier.

Nur: Im bayerischen Corona-Land ist weder das Museum geöffnet, noch kann ich ins Gasthaus einkehren. Doch schon im Nachbarort herrschen irische Verhältnisse: Wir werden zur Hintertür rein gewunken, müssen uns allerdings mit fränkischer Hausmannskost, Blut- und Leberwurst mit Sauerkraut, begnügen. Wasser, Wein und Bier fließen reichlich.

Solidarische Sozialgenossenschaften2 gegen die Lockdown-Verheerungen

Viele Dorfläden werden als Sozialgenossenschaften organisiert. In einer Sozialgenossenschaft schließen sich Menschen und Organisationen solidarisch zusammen, um im Rahmen der Selbsthilfe oder für andere Menschen soziale Aufgaben im Gemeinwesen zu übernehmen.

Wenn wir uns mit der Genossenschaft gedanklich auseinandersetzen, mit Anderen darüber sprechen oder Pläne entwickeln, dann holen wir uns zunächst einmal das Wort „Solidarität“ von den Mächtigen zurück und verwenden es wieder in seiner ursprünglichen Bedeutung. Solidarisch sein bedeutet eben nicht, sich von den anderen Menschen zu isolieren und zu separieren, sondern es heißt, sich zusammen zu finden, um etwas Gemeinsames zu schaffen oder geeignete Maßnahmen gegen Unrecht und Unterdrückung zu ergreifen. Ein Beispiel für eine solche Maßnahme ist die Gründung von Genossenschaften3. Dabei ist mit Gegenwind zu rechnen.

Kommt die Innung zur Besinnung?

Im Fall der kommunalen Eschenbacher Stadtbäckerei kommt der Gegenwind vom Landesinnungsmeister für das bayerische Bäckerhandwerk: Die Errichtung einer städtischen Stadtbäckerei widerspreche dem Grundsatz und dem Ethos des freien Handwerks. Das ist aber gerade das Problem, dass das „freie Bäckerhandwerk“ von den Monopol-Anbietern kaputt konkurriert wird. Der Corona-Lockdown beschleunigt diese destruktiven kapitalistischen Prozesse. Die Bundesregierung und die Landesregierungen probieren es gerade aus: Wie lange dauert es, bis den kleinen und mittelständischen Unternehmer*innen die Luft ausgeht? Bevor es so weit ist, lasst uns kommunale und regionale Netzwerke für solidarisches Wirtschaften und Leben aufbauen. Die Bäckerei-Innungsverbände könnten sich daran beteiligen.

Umdenken – sonst sind die Aussichten trübe

Auch der bayerische Gemeindetag sieht die kommunale Stadtbäckerei kritisch. „Die öffentliche Hand soll nicht tun, was die Privatwirtschaft erfüllen oder sogar besser machen kann“, sagt dessen Sprecher, total ignorierend, dass der privatwirtschaftliche Bäcker in Wolframs-Eschenbach es eben nicht geschafft hat. Schon länger ist zu beobachten, dass die Gemeindetage das Wohl der Bürger*innen aus dem Blick verloren haben. Sie sollten sich schleunigst eines Besseren besinnen und gemeinsame Plattformen organisieren, die mit aktiver Beteiligung der Kommunen sozialgenossenschaftliche Neugründungen in allen gesellschaftlichen Bereichen fördern und unterstützen. Der Bürgermeister von Wolframs-Eschenbach scheint die Zeichen der Zeit erkannt zu haben.

Solidarisch und friedlich geht es weiter

Die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung und der Landesregierungen haben das soziale und wirtschaftliche Leben in den Kommunen lahm gelegt. Die Regierenden halten an dem Corona-Narrativ fest, obwohl es längst entzaubert, d.h. widerlegt ist. Einem Gelingen unserer Zukunftspläne stehen die Regierenden noch im Wege. Das hindert uns aber nicht, das Zusammenleben solidarisch und friedlich zu gestalten. Dabei können wir uns die vielfältigsten Erfahrungen aus dem Genossenschaftswesen zunutze machen.

Anmerkungen

1) COOPERONA ist ein Kunstwort. Da steckt Kooperation, also Zusammenarbeit, drin. In heutigen Zeiten wird man Corona heraus lesen und im Kunstwort die Oper (musikalisches Werk), im Italienischen: Opera, vorfinden. Opera ist aber auch die Pluralform (Mehrzahl) von Opus, was ein künstlerisches oder auch wissenschaftliches Werk bezeichnet. Eine Oper ist eine musikalische Erzählung. Eine gesellschaftspolitische Erzählung wird Narrativ genannt. Es ist eine sinnstiftende Erzählung, mit der Einfluss darauf genommen wird, wie die Welt wahrgenommen werden soll.

Aktuelles Beispiel: das Corona-Narrativ. Es erzählt von einem neuartigen, mörderischen Virus, das nur durch einen Impfstoff besiegt werden kann. Deshalb müssen die Menschen in Isolation, d.h. ohne soziale Kontakte leben und Masken tragen. Für Verstöße gegen die Regeln werden harte Strafen verhängt und etliche Grundrechte wurden außer Kraft gesetzt. Mit der Zerstörung von Wirtschaftsbetrieben, Kultur- und Sozialeinrichtungen, Vereinen und gesellschaftlichen Treffpunkten, Lockdown genannt, soll das Virus zermürbt und überwunden werden.

2) Jedes Mitglied einer Genossenschaft zeichnet einen oder mehrere Genossenschaftsanteile. Die Genossenschaft produziert nicht für den Markt, d.h. nicht die Gewinnmaximierung steht im Vordergrund, sondern immer die Förderung der Mitglieder und deren soziale oder kulturelle Belange. Die Genossenschaft verwaltet sich selbst und es gilt das gleiche Stimmrecht für alle Mitglieder. Wegen dieser partizipativen Ausrichtung und der Selbstverwaltung wird den Genossenschaften eine herausragende Rolle zugeschrieben, wenn es darum geht, Beteiligung zu fördern und neue Formen des Wirtschaftens auf lokaler Ebene auszuprobieren. http://blog.nonprofits-vernetzt.de/sozialgenossenschaften-eine-form-mit-potenzial/

3) Die Zukunft gehört der dezentralen Energieversorgung, z.B. genossenschaftlich betriebene Windräder und Solaranlagen.

Bernhard Nolz lebt in Siegen und bewegt sich in kommunalen Bildungslandschaften. Er ist Aachener Friedenspreisträger und Zivilcourage-Preisträger, 0171 8993637, nolzpopp@web.de

April, April, Corona!

0 AntwortenApril, April, Corona!

April, April, Corona

von Bernhard Nolz

Vorbemerkung am 31. März 2020

Gerade hatte ich meinen Text mit Corona-Aprilscherzen in Nächte-langer Arbeit fertig gestellt, da hieß es im Radio: „In diesem Jahr bitte keine Aprilscherze zu Corona. Dafür ist die Sache zu ernst.“

Oh, dachte ich, hat es doch schon zu viele Corona-Tote gegeben? Immer wenn es Terror-Tote gibt, solle man sich der Späße enthalten, lautet die Regierungs-offizielle Devise für solche Fälle. Eine weise Formel des rüstigen 130-jährigen Volker Bouffier. – April! April!

Wie macht das – stellte ich mir die Frage – Armin Laschet, der – gerne immer wieder – erklärt, dass er, komme, was da wolle, am Regieren Spaß habe? Er hat seinen Regierungsmitgliedern rote Pappnasen mit integriertem Mundschutz verpasst! – April! April!

Weil‘ s so schön war, ist der Armin gleich noch mal dran, bevor ich zu meinen vorbereiteten Aprilscherzen komme. „Wir müssen unser Leben entschleunigen“, hatte der Armin zu Corona gesagt. Armin so: Die zu Ende gedachte Entschleunigung des Lebens ist der Tod. – April! April!

Gerade eben haben sie – ich höre ja 24 Stunden lang Radio, wenn ich nicht gerade schlafe (Gähn! Gähn!) – berichtet, der Bundessicherheitsunrat hätte deutsche Waffenlieferungen an die Philippinen und an Ägypten genehmigt. Als Begründung wurde angeführt, dass die beiden Länder bisher von der Corona-Krise weitestgehend verschont geblieben sind und die Gewaltmaßnahmen der diktatorischen Machthaber unbefriedigende Ergebnisse erzielt hätten, so dass die Waffenlieferungen Hilfestellung leisten könnten, die Todesbilanzen in den beiden armen Ländern zu verbessern. – April! A…

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