Archiv: Mai 2025

Das Manifest – European Peace Project

0 AntwortenDas Manifest – European Peace Project

Heute um 17.00 Uhr haben Bernhard Nolz und Jan Meyer-Krügel das Manifest – European Peace Project am Fenster des Zentrums für Friedenskultur (ZFK) in der Kölner Str. 11 in Siegen vorgelesen und mit Lautsprecher übertragen. Bernhard Nolz hat den Text vorgelesen, Jan Meyer-Krügel war für die Technik zuständig.

Das Manifest – European Peace Project

Heute, am 9. Mai 2025 – genau 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, der 60 Millionen Menschen das Leben kostete, darunter 27 Millionen Sowjetbürgern, erheben wir, die Bürgerinnen und Bürger Europas, unsere Stimmen! Wir schämen uns für unsere Regierungen und die EU, die die Lehren des 20. Jahrhunderts nicht gelernt haben. Die EU, einst als Friedensprojekt gedacht, wurde pervertiert und hat damit den Wesenskern Europas verraten! Wir, die Bürger Europas, nehmen darum heute, am 9. Mai, unsere Geschicke und unsere Geschichte selbst in die Hand. Wir erklären die EU für gescheitert. Wir beginnen mit Bürger-Diplomatie und verweigern uns dem geplanten Krieg gegen Russland! Wir erkennen die Mitverantwortung des „Westens“, der europäischen Regierungen und der EU an diesem Konflikt an.
Wir, die Bürger Europas, treten mit dem European Peace Project der schamlosen Heuchlerei und den Lügen entgegen, die heute – am Europatag – auf offiziellen Festakten und in öffentlichen Sendern verbreitet werden.
Wir strecken den Bürgerinnen und Bürgern der Ukraine und Russlands die Hand aus. Ihr gehört zur europäischen Familie, und wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam ein friedliches Zusammenleben auf unserem Kontinent organisieren können.
Wir haben die Bilder der Soldatenfriedhöfe vor Augen – von Wolgograd über Riga bis Lothringen. Wir sehen die frischen Gräber, die dieser sinnlose Krieg in der Ukraine und in Russland hinterlassen hat. Während die meisten EU-Regierungen und Verantwortlichen für den Krieg hetzen und verdrängen, was Krieg für die Bevölkerung bedeutet, haben wir die Lektion des letzten Jahrhunderts gelernt: Europa heißt „Nie wieder Krieg!“
Wir erinnern uns an die europäischen Aufbauleistungen des letzten Jahrhunderts und an die Versprechen von 1989 nach der friedlichen Revolution. Wir fordern ein europäisch-russisches Jugendwerk nach dem Vorbild des deutsch-französischen Jugendwerks von 1963, das die „Erbfeindschaft“ zwischen Deutschland und Frankreich beendet hat. Wir fordern ein Ende der Sanktionen und den Wiederaufbau der Nord Stream II-Pipeline. Wir weigern uns, unsere Steuergelder für Rüstung und Militarisierung zu verschwenden, auf Kosten von Sozialstandards und Infrastruktur. Im Rahmen einer OSZE-Friedenskonferenz fordern wir die Schaffung einer europäischen Sicherheitsarchitektur mit und nicht gegen Russland, wie in der Charta von Paris von 1990 festgelegt. Wir fordern ein neutrales, von den USA emanzipiertes Europa, das eine vermittelnde Rolle in einer multipolaren Welt einnimmt. Unser Europa ist post-kolonial und post-imperial.
Wir, die Bürger Europas, erklären diesen Krieg hiermit für beendet! Wir machen bei den Kriegsspielen nicht mit. Wir machen aus unseren Männern und Söhnen keine Soldaten, aus unseren Töchtern keine Schwestern im Lazarett und aus unseren Ländern keine Schlachtfelder.
Wir bieten an, sofort eine Abordnung europäischer Bürgerinnen und Bürger nach Kiew und Moskau zu entsenden, um den Dialog zu beginnen. Wir werden nicht länger zusehen, wie unsere Zukunft und die unserer Kinder auf dem Altar der Machtpolitik geopfert wird.
Es lebe Europa, es lebe der Friede, es lebe die Freiheit

© 2025 European Peace Project

https://europeanpeaceproject.eu/manifest-deutsch/

Gedicht: Zum achtsamen Mai

0 AntwortenGedicht: Zum achtsamen Mai

Zum achtsamen Mai

Bernhard Nolz

Am achten Mai

vor achtzig Jahren

befreites Ende

von Faschismus und Krieg

2025 am 8. Mai

treten die Regierenden

zur Kapitulation

vors Volk

Bevor der Krieg endet

muss er ordentlich begonnen sein

Begründung ein Feindbild

Einübung von Gewalt

Nicht mit uns nirgendwo

die Jugend der Welt

vereint im Frieden

es wehrt sich die Pflicht

Wir sind Pazifisten

Wir lieben das Leben

Wir achten die Andern

Wir ächten den Krieg

Mit friedlichen Mitteln

der Wahrheit der Mut

selbst kooperativ bewusst

ewiger Frieden ab Mai

8. Mai 2025 – Tag der Erziehung zum Frieden

0 Antworten8. Mai 2025 – Tag der Erziehung zum Frieden

Bernhard Nolz, Zentrum für Friedenskultur Siegen

8. Mai 2025 – Tag der Erziehung zum Frieden

Mit Deutschlands Kapitulation am 8. Mai 1945 war der 2. Weltkrieg in Europa beendet. Die Siegermächte (USA, Sowjetunion, Großbritannien, Frankreich) haben Deutschland 1945 nicht von Faschismus und Krieg befreit, damit die Bundesregierungen die Deutschen 80 Jahre später in einen Krieg gegen Russland führen können.

Schon Kinder und Jugendliche wissen: Krieg ist keine Lösung! Kinder und Erwachsene trotzdem zur Kriegstauglichkeit erziehen zu wollen, verstößt gegen das Grundgesetz und gegen die Schulgesetze der Länder.

„Bildung und Erziehung kennen keine Feinde“, sagt Bernhard Nolz, Friedenspädagoge aus Siegen. „Zu den Leitbildern des Bildungswesen gehören Menschlichkeit, Gewaltfreiheit und Kooperation. Das sind Friedensfähigkeiten, die in allen Bildungseinrichtungen – vom Kindergarten bis zur Universität – vermittelt werden. Daran darf sich nichts ändern.“

Dass auf Grundschulkinder in Sachen Frieden Verlass ist, zeigt eine kürzlich in Hessen durchgeführte Befragung: „Auch mehr Fremdsprachenunterricht fänden die Kinder toll. Sie sagen, dass sie die Herkunftssprachen ihrer Freunde mit ausländischen Wurzeln lernen wollen. Sie sind interessiert an den verschiedenen Kulturen.“ (Kindernachrichten der Siegener Zeitung vom 02.05.2025)

Friedenserziehung in diesem Sinne hat an vielen Siegener Schulen eine lange Tradition. In seinem literarisch-pazifistischen Magazin „Siegener Friedensorte“ geht Bernhard Nolz auf ein Beispiel an der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule ein, an der er vor 30 Jahren als Lehrer tätig war.

Der „Bericht von einer Schulbesetzung“ trägt die Überschrift „Mit Bertha gegen Tonis Abschiebung“ und endet folgendermaßen: „Einige Monate später wurde die Bertha-von-Suttner-Gesamtschule für die Hilfsaktion zugunsten von Toni und seiner Familie [geflüchtet aus Kroatien] vom Ausländerbeirat der Stadt Siegen ausgezeichnet.“

Im Magazin „Siegener Friedensorte“ kann diese Geschichte – und viele andere – nachgelesen werden. Bestellung des Magazins bei Bernhard Nolz per eMail (nopo270@gmail.com), 12,00 € + Versand.

Hinterlasse einen Kommentar

Schreib Bernhard Nolz eine Nachricht – sie geht direkt per E-Mail an ihn.