8. Mai 2020 – Tag der Befreiung von „Corona“?
„Nur wer in Freiheit lebt, hat die Chance, gesund zu leben.“ (Gerd Reuther, Arzt)
Krieg und Freiheit und Leben
In Siegen wird seit Langem am 8. Mai an die Opfer des Faschismus erinnert und das Gedenken mit den Fragen von Krankheit und Tod verbunden. Die Thematik „Faschismus und Gesundheit“ bekommt ausgerechnet am 75. Jahrestag des Endes vom 2. Weltkrieg für die Menschen in Deutschland eine ganz neue Bedeutung: Sie erhoffen sich die Befreiung vom „Corona-Regime“ der verblendeten Politiker*innen und ein Ende der Einschränkung von Grundrechten.
Die Menschen wollen an der Nächstenliebe, an der Gewaltfreiheit und am Frieden festhalten und sich nicht länger mit Kontaktsperren und Schutzmaskeraden unterdrücken lassen. Anlässlich des 8. Mai treten sie für die Völkerfreundschaft und für die friedliche Zusammenarbeit zwischen den Staaten und Nationen ein. Und sie sagen, wenn es den Politiker*innen wirklich um die Gesundheit von Menschen und Tieren ginge, dann hätten sie schon längst das Glyphosat-Gift und die Massentierhaltung verboten. Stattdessen werden die Menschen zu Hause eingesperrt, ihrer sozialen Kontakte beraubt und mit Impfzwängen bedroht.
Die Menschen wissen, dass das Notstandsregime „Corona“ allein den Mächtigen in Politik, Konzernen, Banken und Medien dient. Patient*innen und Gesundheitspersonal opfern sich auf oder werden geopfert.
Der Arzt der Menschenliebe von Buchenwald
Bei der antifaschistischen Arbeit in Siegen geht es um das Gedenken an Walter Krämer, geboren 1892 in Siegen, ermordet 1941 in einer Außenstelle des KZ Buchenwald. Er war – als kommunistischer Arbeiter und Funktionär verfolgt – im KZ Buchenwald gelandet. Im dortigen Krankenrevier eingesetzt, bewahrte er seinen Humanismus und das Gefühl für Recht und Würde und versorgte ohne medizinische Vorkenntnisse die KZ-Insassen mit Medikamenten, führte Notoperationen durch und rettete Menschenleben. Der „Arzt von Buchenwald“, so wurde Walter Krämer genannt, in einer mörderischen Zeit, in der sich SS-Ärzte an Menschenversuchen ergötzten und die Arbeitssklaven mit Seuchenerregern infizierten.
In Siegen gelang es erst 2014 alle Widerstände zu überwinden und eine Erinnerungsstätte für Walter Krämer am Siegener Kreisklinikum einzurichten. Das ist vor allem der beharrlichen Arbeit der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschist*innen (VVN/BdA) und der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) im Siegerland zu verdanken.
Wie schwach es um solche Erfolge in der Erinnerungsarbeit bestellt ist, führt die „Corona-Krise“ drastisch vor Augen. Bis vor wenigen Tagen hing ein Demonstrationsverbot über der Gedenkveranstaltung zum Tag der Befreiung. Jetzt dürfen wir mit Schutzmasken dorthin! Kein Polizeiminister wird je wieder von einem Vermummungsverbot reden.
Kommunale Demokratie und Weltfrieden
Der 8. Mai wird in diesem Jahr Anlass sein, mit gewaltfreien Aktionen und Zivilcourage fort zu fahren, um die Wiederherstellung der Demokratie einzufordern. Wir werden uns nicht davon abhalten lassen, den Krieg und alle anderen Formen von Gewalt zu ächten. Deshalb lehnen wir die unangemessenen Gewaltmaßnahmen der Regierenden zu „Corona“ ab, weil sie die menschliche Begegnung und Zuwendung und ein selbst bestimmtes Leben zu vernichten drohen. Die Menschen werden aufbrechen zum solidarischen Wirtschaften. Sie nehmen Boden, Wasser, Luft und die Energieträger in ihre Verantwortung und schützen die biologische und kulturelle Vielfalt. Sie regeln ihr Zusammenleben basisdemokratisch und sorgen für Kultur und Bildung und für die Gesundheit aller Menschen.
Den Zerstörungen des Kapitalismus und des Faschismus kann mit Gewaltfreiheit und Menschlichkeit entgegen gewirkt werden. Walter Krämer und viele Andere haben es bewiesen, auch wenn sie es mit dem Leben bezahlt haben. Wir ehren ihr Andenken.
Kontakt: Bernhard Nolz, Friedenspädagoge, PPF-Sprecher, ZFK-Leiter, Kölner Str. 11, 57072 Siegen, 01718993637, nolzpopp@web.de
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